Thomas Roth mit seiner Keyfiddle, er spielt Mitte März in Mainhardt. Foto: Gottfried Stoppel

Die 10. Winterkulturtage im Schwäbischen Wald werden Anfang Februar mit einer opulenten Gala in Berglen-Oppelsbohm eröffnet. Auch der Musiker Thomas Roth ist dabei – er hat ein kurioses Instrument im Gepäck.

Berglen - Wie kam dieser Mann nur auf die Idee, so ein seltenes Instrument zu spielen? Thomas Roth aus Steinheim beherrscht die sogenannte Keyfiddle, auch Nyckelharpa oder Schlüsselgeige genannt, wie kaum ein anderer. Bei diesem kuriosen Streichinstrument werden die Saiten mechanisch über Tasten beziehungsweise Schlüssel verkürzt.

Und vor geschätzt 30 Jahren habe er so ein Nyckelharpa erstmals gesehen, in einem TV-Beitrag. Das erzählt der Mann mit der Mähne nach einem Aufspiel mit seiner Nyckelharpa während der Vorstellung des Programms der 10. Winterkulturtage im Schwäbischen Wald. Die Reihe wird am 2.Februar mit einer opulenten Gala in der neuen Sporthalle in Berglen eröffnet.

Roth hat mit Ritchie Blackmore gespielt

Vor 30 Jahren hat Roth beschlossen: „So ein Instrument muss ich haben.“ Heute beherrsche Roth die Keyfiddle wie kaum ein anderen Musiker, er spiele auch mit Rockgrößen wie Ritchie Blackmore, sagt Christoph Jäger. Der Bürgermeister von Großerlach, selbst ein passioniertere (Rock)Musiker, ist Mitglied des Programmteams, das die Künstler für die Kulturtage ausgewählt hat. Roth spielt am 16. März in der Kulturscheune in Mainhardt-Riegenhof, nicht allein, sondern mit dem Gitarristen Wolfgang Stute. Und dieser Wolfgang Stute ist auch so ein Ausnahmekünstler, er hat unter anderem lange Jahre mit Heinz Rudolf Kunze gespielt. Bei den Winterkulturtagen präsentieren „wir ein Cross-over seiner und meiner Songs“, erzählt Thomas Roth.

Zur Eröffnungsgala kommt unter anderem der weltweit bekannte Zauberkünstler Daniel Craven. Das Gastspiel dieses Mannes verdanken die Veranstalter, die Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald, einer Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Friedrichsbau Varieté. Der Geschäftsführer des Varietés, Timo Steinhauer, „verschafft uns Zugang zu ganz neuen Künstlern“, so der Landrat Richard Sigel während des Pressegesprächs in Berglen. Craven ist viel unterwegs, etwa in den USA und in Asien. Im Februar also kommt der große Illusionskünstler, der Menschen und Gegenstände im Nu scheinbar verschwinden lässt, in die schwäbische Provinz.

Besondere Spielorte

Die Liste der Künstler, die bei den Kulturtagen auftreten, ist lang, ein paar Beispiele: Sarah Rehberg, eine junge Musikerin aus Berglen, singt Musical-Melodien. Die Band Hiss tritt im Kabirinett in Großhöchberg mit dem neuen Programm „Südsee, Sehnsucht und Skorbut“ auf. Der Kabarettist Bernd Kohlhepp kommt in den Rentamtskeller in Oppenweiler. Der Comedian Sebastian Scheuthle und der Zither-Spieler Manuel Kuthan treten auf dem Klosterhof in Großhöchberg auf. Der Autor Jürgen Seibold lädt ein zu einer Krimilesung während einer Fackelwanderung, die bei der Hagmühle bei Alfdorf beginnt.

Christoph Jäger sagt, die Fremdenverkehrsgemeinschaft lege großen Wert darauf, dass die Veranstaltungen „an besonderen Spielorten“ stattfinden, etwa in Mühlen. Man wolle die Menschen dorthin lotsen, wo sie womöglich noch nie waren – auch in der Hoffnung, dass sie im Frühling oder im Sommer wiederkommen.

Der Eintritt zur Gala ist frei

Eröffnung
Der Eintritt zur Eröffnungsgala mit Varieté-Programm am Freitag, 2. Februar, in Berglen-Oppelsbohm ist frei. Wer kommen will, muss sich aber vorher ein Ticket besorgen.

Bilanz
Die Veranstaltungen der Winterkulturtage waren in den vergangenen Jahren zu 84 Prozent ausgelastet. Jährlich kommen im Schnitt rund 1940 Besucher.

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