Ist bereits ein Anziehungspunkt für maschinelles Lernen: das Cyber Valley, das sich von Stuttgart nach Tübingen erstreckt. Foto: dpa

Grün-Schwarz baut vor, um bei Entscheidungen rund um das Thema Künstliche Intelligenz genügend finanziellen Spielraum zu haben. Man müsse dafür sorgen, dass die Entwicklung dieser Technologie auch in Baden-Württemberg stattfinde, sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart.

Stuttgart - Die baden-württembergische Landesregierung investiert viel, um den Südwesten als Standort für Künstliche Intelligenz (KI) für internationale Investoren, Spitzenforscher und Talente attraktiver zu gestalten. Einer der Schwerpunkte im Nachtragshaushalt für die Jahre 2018 und 2019 ist deshalb die Förderung der KI, die als Schlüsseltechnologie der Zukunft mit großem Wachstumspotenzial gilt. Für Projekte wie das Aktionsprogramm „KI im Mittelstand“ hat Grün-Schwarz jetzt insgesamt 20 Millionen Euro eingestellt. Weitere 100 Millionen Euro werden vorgehalten, um auf die neue nationale KI-Strategie der Bundesregierung inklusive eines deutsch-französischen Forschungsnetzwerks für KI reagieren und mögliche Vorhaben unmittelbar kofinanzieren zu können.

„Beim Thema KI müssen wir jede Anstrengung unternehmen, den Anschluss an die globalen Player im Silicon Valley nicht zu verlieren“, sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Wolfgang Reinhart, unserer Zeitung. Man müsse dafür sorgen, dass die Entwicklung dieser Technologie auch im Land stattfinde. Er habe sich deshalb intensiv dafür eingesetzt, dass die Mittel für KI bereitzustellen.

Das Cyber Valley gibt’s seit Dezember 2016

Unter Künstlicher Intelligenz versteht man Computersysteme, die Probleme eigenständig – also intelligent – erfassen und lösen. Beispiele dafür sind autonomes Fahren und lernende Maschinen.

Bereits vor knapp zwei Jahren hatten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (beide Grüne) den Startschuss für das sogenannte Cyber Valley gegeben. Dabei werden im Raum zwischen Stuttgart und Tübingen Forschungsaktivitäten von Einrichtungen aus Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Gebiet der KI gebündelt.

Dem Verbund gehören bislang das Max-Planck-Institut für intelligente Systeme, die Universitäten Stuttgart und Tübingen, Amazon, BMW, Daimler, Porsche, Bosch, ZF Friedrichshafen und der Engineering-Dienstleister IAV an. „Dieses Netzwerk hat Potenzial für wegweisende Sprunginnovationen“, sagte Wissenschaftsministerin Bauer kürzlich bei ihrem Besuch in Tübingen. Auf internationaler Ebene könne es ein „wichtiger Knotenpunkt“ in einem europäischen Netz der KI-Forschung sein. Vor allem beim maschinellen Lernen gilt das Cyber Valley bereits als Hotspot.

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