Ein Jäger auf der Lauer Foto: dpa/Felix Kästle

Die Tierrechtsorganisation Peta kritisiert das Projekt „Fellwechsel“ des Landesjagdverbands mit scharfen Worten. Die Jäger sehen darin hingegen eine gute Sache.

Filder - Die Tierrechtsorganisation kann dem Projekt Fellwechsel nichts Positives abgewinnen. Nachdem unsere Zeitung vor Kurzem über die Initiative des Landesjagdverbands – mit Sitz in Stuttgart-Degerloch – berichtet hatte, reagiert Peta nun in einem Schreiben gespickt mit scharfer Kritik.

Fellwechsel ist ein Projekt, bei dem Pelze von Wildtieren – vor allem von Füchsen – von einer eigens gegründeten GmbH zu Kleidungsstücken und Accessoires weiterverarbeitet werden. Es gibt bundesweit rund 600 Sammelstellen, an denen Jäger tote Wildtiere abgeben können; eine davon ist in Bonlanden. Die Jäger werben mit Nachhaltigkeit, weil die Tierkadaver so nicht nur weggeworfen würden. Denn gejagt werden müssten sie fürs Gleichgewichts in Wald und Flur. „Der Fuchs hat keine natürlichen Feinde“, sagt der hiesige Hegering-Leiter Wolfgang Hinderer. So könnten sich Krankheiten und letztlich auch Seuchen ausbreiten.

Die Jagd sei sehr grausam

Die Tierrechtler von Peta, die deutschlandweit nach eigenen Angaben anderthalb Millionen Unterstützer haben, werfen den Jägern und Ideengebern von Fellwechsel Augenwischerei vor. Pelze aus der Jagd seien „keineswegs tierfreundlich“, steht in der Stellungnahme. „Die Grausamkeiten bei der Jagd stehen dem Leid auf Pelzfarmen leider in nichts nach.“ Peta verweist auf Totschlag- und Lebendfallen, die zu den gängigen Methoden gehörten und für Tiere größtes Leid brächten.

Zudem stellt es Peta insgesamt in Frage, dass Füchse gejagt werden müssten. Es sei ein Scheinargument, dass die Jagd nötig sei. Gerade der Fuchs werde zum Sündenbock gemacht, dabei ernähre er sich vor allem von Mäusen und nicht von Feldhasen und Rebhühnern. Er sei vielmehr eine „Gesundheitspolizei“ im Wald und deshalb wichtig für den Kreislauf der Natur. Kurzum: „Projekte wie Fellwechsel widersprechen dem Tierschutzgedanken in unserer Gesellschaft“, schreibt Peta. Heißt: es gibt laut Peta keinen tierfreundlichen Weg zum Pelzmantel.

Einen ganz anderen Blick auf die Sache als Peta haben freilich die Jäger. So betont der Hegering-Leiter Wolfgang Hinderer, dass Jäger alles andere als Tierquäler seien. „Der Ursprung der Jagd ist der Artenschutz“, sagt er. Mäuse allein machten den Fuchs nicht satt, „die haben viele auf ihrem Speisezettel stehen“.

Gibt es einen tierfreundlichen Weg zum Pelzmantel?

Er und die anderen würden sich an Gesetze halten – das Tierschutz- sowie das Jagd- und Tierwildmanagementgesetz. Zum einen gelte eine Schonzeit – diese ist grob zwischen Frühjahr und Herbst und variiere teils von Bundesland zu Bundesland. Zum anderen seien Totschlagfallen verboten und damit tabu. Und Lebendfallen würden auf der Filderebene so gut wie nie benutzt, zu groß sei die Gefahr, dass auch Nachbars Katze aus Versehen hineingeraten könnte.

Bleiben den Jägern laut Hinderer also noch Schrot oder Kugel. Sei das Wild mehr als 60 Meter entfernt, helfe nur die Kugel. Schrot sei allerdings gerade beim Projekt Fellwechsel geeigneter, „denn eine Kugel reißt meist ein größeres Loch in den Fuchs“, sagt Hinderer. Dann kann es sein, dass mit dem Pelz nicht mehr viel anzufangen sei.

Zum Vorwurf von Peta, dass auch das Schießgewehr brutal sei, weil die Tiere oft nicht sofort tot seien und dann womöglich nicht gleich gefunden würden, entgegnet Hinderer: In 80 bis 90 Prozent der Fälle seien die Füchse nach dem Schuss tot, wenn nicht, würden ausgebildete Hunde den Rest erledigen.

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