Terrassentüren sollten keinesfalls offen stehen bleiben, wenn die Bewohner nicht zuhause sind, rät der Revierleiter Jörg Schiebe. Foto: dpa

Der Revierleiter Jörg Schiebe hat dem Bezirksbeirat kürzlich die Kriminalitätsstatistik vorgestellt.

Weilimdorf - Die Kriminalität geht in Weil­imdorf sukzessive leicht zurück. 2013 registrierte die Polizei im Stadtbezirk 1266 Straftaten. Zum Vergleich: 2012 waren es noch 1372, im Jahr 2011 sogar 1405. Im Verhältnis zu Stuttgart haben in Weil­imdorf 2,2 Prozent der Straftaten stattgefunden, obwohl dort 5,4 Prozent der Einwohner leben. „Weilimdorf ist ein guter Bezirk“, lautet die Einschätzung von Jörg Schiebe, dem Leiter des Polizeireviers 8 Kärntner Straße, im Bezirksbeirat. Sein grundsätzlicher Rat: „Teilen Sie uns zeitnah mit, wenn etwas passiert ist.“ Wenn erst Stunden später bei der Polizei angerufen werde, sinke die Wahrscheinlichkeit erheblich, den Täter zu finden.

Neu in der Statistik aufgetaucht ist eine sogenannte Straftat gegen das Leben. 2012 war kein solcher Fall bekannt geworden. „Zumindest ist diese Straftat aufgeklärt worden“, sagte Schiebe. Auch drei Vergewaltigungen sind 2013 gemeldet worden; auch bei ihnen wurden die Täter gefasst.

Ein Drittel weniger Ladendiebstähle

Deutlich abgenommen hat die Zahl der Körperverletzungen; sie sank von 152 auf 135. Bei einfachen Diebstahl-Delikten war ein Zuwachs zu verzeichnen: 244-mal waren Langfinger im Bezirk unterwegs und damit 30-mal häufiger als im Vorjahr. Ladendiebstähle nahmen hingegen etwa um ein Drittel ab; 22 Fälle wurden der Polizei gemeldet. Verdoppelt hat sich hingegen die Zahl der Diebstähle aus Fahrzeugen: 58-mal wurde diese Straftat vergangenes Jahr im Ort begangen. „Unser Rat ist: Lassen Sie nichts im Auto liegen, das einen Anreiz bietet, einzubrechen“, sagte Schiebe

Sogenannte besonders schwere Fälle von Diebstahl sind um 36 Taten auf 193 zurückgegangen. Dazu gehört zum Beispiel, wenn Einbrecher in eine Wohnung eindringen, während die Bewohner zuhause sind. „Das passiert immer häufiger“, sagte der Revierleiter. „Ich hoffe, dass wir nicht irgendwann einen Fall haben, bei dem der Einbrecher Gewalt anwendet.“ Er ermahnte die Zuhörer, beim Verlassen des Hauses niemals die Fenster gekippt oder die Terrassentüre offen stehen zu lassen und außerdem wachsam die Nachbarschaft zu beobachten. „Wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt, dann scheuen Sie sich nicht, uns anzurufen“, betonte Schiebe. Seine Kollegen seien niemandem böse, wenn sich etwas als Fehlalarm entpuppe.

Aufklärungsquote liegt unter dem Durchschnitt

Was die Aufklärungsquote betrifft, liegt Weilimdorf mit 57 Prozent unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt von 61,9 Prozent. „Das liegt auch daran, dass wir wenig Taten beim Schwarzfahren oder anderen Kontrollen haben, dafür aber mehr Einbrüche“, erklärte Schiebe. Dennoch müsse dieser Bereich verbessert werden. Der SPD-Bezirksbeirat Dieter Benz merkte an, dass die Aufklärungsquote womöglich daher zu wünschen übrig lasse, dass es im Bezirk kein eigenes Revier gebe. Dem widersprach Schiebe: „Wir sind so gut aufgestellt, dass wir das kompensieren. Wir haben hier einen starken Posten.“

Jürgen Lehmann (CDU) wollte wissen, ob bei Einbrüchen internationale Banden vor Ort agierten. Diese kämen durchaus vor, so Schiebe, da Weilimdorf sehr günstig an der Autobahn liege. Er wundere sich, dass es nicht noch mehr solcher Fälle im Bezirk gebe. „Aber man kann nicht sagen, dass dies das Hauptproblem in Weilimdorf ist. Es gibt genügend lokale Täter.“