Die Einbruchszahlen sind stark angestiegen. Foto: picture alliance//Hauke-Christian Dittrich

Im Botnanger Bezirksbeirat wurde die Kriminal- und die Unfallstatistik für das Jahr 2019 vorgestellt.

Stuttgart-Botnang - In der Landeshauptstadt Stuttgart wurden im vergangenen Jahr 54 347 Straftaten zur Anzeige gebracht – knapp 500 mehr, als 2018. Auf Botnang entfallen 351 dieser Straftaten (2018: 349). Der Leiter des ortsansässigen Polizeipostens, Martin Bock, stellte den Bezirksbeiräten das Zahlenwerk im Detail vor. Leider musste er mitteilen, dass 18 Mal in Wohnungen in Botnang eingebrochen wurde (2018: 10) – wie zum Beispiel Mitte Januar im Oberen Kirchhaldenweg, als unbekannte Täter die Scheibe eines Fensters einschlugen, um ein Laptop, ein Tablet, eine Kamera, eine Sonnenbrille sowie mehrere, hochwertige Parfüms zu entwenden – im Wert von rund 3000 Euro.

Ende März/Anfang April wurde in ein Lebensmittelgeschäft an der Regerstraße eingebrochen. Aus dem Büro wurde ein Tresor entwendet, in dem sich mehr als 7000 Euro befanden. Der Tresor wurde schließlich im Wald im Feuerbacher Tal gefunden.

Auch die Fälle des besonders schweren Diebstahls haben vergangenes Jahr zugenommen – von 40 auf 61 Fälle. So wurde beispielsweise im April vergangenen Jahres ein VW-Bus in Botnang gestohlen. Während der Anzeigenaufnahme stellte sich heraus, dass dieses Fahrzeug in der Nacht zuvor im Bereich Heilbronn bei einem Blitzeinbruch in ein Juweliergeschäft benutzt worden war. Im August wurde im Mittleren Kirchhaldenweg ein verschlossener Pkw geöffnet und aus dem Kofferraum eine Aktentasche mit persönlichen Papieren, einem iPhone und einem MacBook Pro entwendet. Der Wert der Gegenstände betrug etwa 4200 Euro.

Ein 16-Jähriger wurde ermittelt, der jugendpornografische Videos verschickt hat

Im Juni wurde auch eine versuchte Vergewaltigung zur Anzeige gebracht. Eine 49-Jährige besuchte ihren 55-jährigen Ex-Freund in dessen Wohnung an der August-Halm-Straße. Sie gab an, dass es dabei zu einem Streit gekommen war und der Mann versuchte, unter Vorhalt eines Messers, den Geschlechtsverkehr zu erzwingen. Während der Abwehrhandlungen gelang es der Frau, dem Täter das Messer zu entnehmen und fügte ihm einen Stich in den Unterarm zu. Daraufhin ließ der Täter von ihr ab und die Frau konnte flüchten.

Zudem wurde im vergangenen Jahr ein 16-jähriger Schüler ermittelt, der jugendpornografische Videodateien über Whats­app verschickt hat. Im Rahmen der richterlich angeordneten Durchsuchung wurden zwei Handys und ein PC sichergestellt. Der Beschuldigte räumte den Sachverhalt ein.

Martin Bock wies am Ende seiner Präsentation noch einmal auf die Betrüger-Maschen, den sogenannten Enkeltrick und den falschen Polizeibeamten, hin. Die Betrugszahlen in Botnang schnellten 2019 in die Höhe – von 42 auf 100. Das ist ein Stuttgart weites Phänomen. Waren in beiden Rubriken insgesamt im Jahr 2018 noch keine 1000 Fälle bekannt geworden, waren es im vergangenen Jahr schon mehr als 3000 – mit einem Gesamtschaden von knapp zwei Millionen Euro.

Martin Bock sprach im Rahmen der Sitzung auch über die Verkehrsunfälle, die im Jahr 2019 zur Anzeige gebracht wurden. Insgesamt wurden 261 Fälle registriert – zwei weniger als 2018. Dabei wurden zwei Personen schwer und 14 Personen leicht verletzt. Ein besonderes Ereignis hob der Leiter des Botnanger Polizeipostens hervor: Im September befuhr eine 81-Jährige mit ihrem Auto die Vaihinger Landstraße in Richtung Brucknerstraße, als sie einen 49-jährigen Radfahrer überholen wollte. Hierbei touchierte sie den Radfahrer, der anschließend auf die Straße stürzte und sich schwer verletzte.