Der Schlag gegen die Räuberbande gelang, weil die Ermittler von diversen Polizeidienststellen unterstützt wurden. Foto: dpa

Vier Tatverdächtige einer Großfamilie aus dem Kreis Böblingen und dem Rhein-Neckar-Kreis befinden sich in Haft. Sie sind zwischen 21 und 37 Jahre alt. Ihr Diebesgut hat einen Wert von rund 160 000 Euro.

Böblingen/Stuttgart - Rund 30 Fälle des schweren Bandendiebstahls werden einer Großfamilie aus dem Kreis Böblingen und dem Rhein-Neckar-Kreis zur Last gelegt. Die Trickdiebe sollen mehr als 160 000 Euro erbeutet haben. Die Kriminalpolizeidirektion Böblingen und die Staatsanwaltschaft Stuttgart teilen nun mit, dass vier Tatverdächtige im Alter zwischen 21 und 37 Jahren festgenommen wurden. Sie befinden sich in Untersuchungshaft.

Immer dieselbe Masche

Im August vorigen Jahres habe sich eine Serie von Trickdiebstählen in Wohnungen im Raum Stuttgart und in angrenzenden Landkreisen abgezeichnet, so die Polizei. Dabei brachten die damals noch unbekannten Täter mit immer derselben Masche ausnahmslos ältere und mitunter gebrechliche Menschen um ihr Bargeld und raubten ihnen Wertgegenstände.

Sie klingelten an Wohnungstüren von Mehrfamilienhäusern und gaben sich als Kaufinteressenten für eine der Wohnungen aus. Danach baten sie ihre Opfer, die Wohnung als Vergleichsobjekt ansehen und ausmessen zu dürfen. Während einer der Täter die Inhaber ablenkte, machten sich Komplizen dann in den Räumen unbemerkt auf die Suche nach Diebesgut.

Stammkunden in Pfandhäusern

Im Zuge der Ermittlungen und „durch umfangreiche, mitunter verdeckte Maßnahmen“ sowie mit der Unterstützung der Polizeipräsidien in Mannheim und Böblingen sowie des Landeskriminalamts sei es gelungen, die Mitglieder der Diebesbande zu identifizieren. Zu den mutmaßlichen Tätern zählen drei Männer im Alter von 21, 32 und 34 Jahren sowie eine 37-jährige Frau. Sie wurden am 20. Februar festgenommen und tags darauf dem Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart vorgeführt. Eine 60 Jahre alte, zunächst ebenfalls tatverdächtige Frau sei wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilt die Polizei mit.

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge sind die rund 30 Straftaten in Stuttgart, Ludwigsburg, Böblingen, Sindelfingen, Pforzheim, Heilbronn, Balingen (Zollernalbkreis) sowie in Offenburg, Achern und Kehl (Ortenaukreis) begangen worden. Die Bande habe zumindest einen Teil der erbeuteten Schmuckstücke und Wertgegenstände in Pfandhäusern des Landes, in denen sie Stammkunden gewesen seien, zu Bargeld gemacht, teilt die Polizei mit. Etwa 50 dort noch vorhandene Schmuckstücke stellten die Ermittler sicher. Als die Beamten die Wohnungen der Tatverdächtigen durchsuchten, fanden sich Schmuckstücke, Gemälde und weitere Gegenstände, die teilweise noch nicht zugeordnet werden konnten. Das Polizeipräsidium Ludwigsburg wird sie in der kommenden Woche auf der Internetseite https://ppludwigsburg.polizei-bw.de veröffentlichen. Im Zuge der Durchsuchung wurden zudem drei von den Tatverdächtigen genutzte, hochwertige Autos beschlagnahmt.

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