Die Feuerwehr löschte unter anderem eine brennende Hecke ab. Foto: z

Er wollte den Nagern mit brennendem Benzin zu Leibe rücken – das ging aber gründlich schief.

Kornwestheim - Ein 79 Jahre alter Kornwestheimer wollte kurzen Prozess mit einer Rattenplage auf einem Grundstück an der Gnadentalstraße machen – doch dann mussten Feuerwehr, Polizei und Stadtwerke anrücken, um die Situation zu klären. Gegen 13 Uhr am frühen Montagnachmittag schüttete der Mann an einer Müllsammelstelle Benzin in ein Rattenloch und zündete es danach an.

Das Loch befand sich unter einer Hecke, es kam zu einer Stichflamme. In der Folge versuchte der Mann, das Feuer auszutreten, was ihm aber nicht gelang. Die Flammen griffen zunächst auf die Hecke über und erreichten dann einen Stromkasten, der in der Nähe stand. Der Verteiler begann schnell ebenfalls zu brennen und der Schlamassel ging daraufhin erst so richtig los.

„Wir sind mit drei Fahrzeugen und 20 Mann Besatzung ausgerückt“, berichtet Matthias Häußler, der Kommandant der Kornwestheimer Feuerwehr. Der Verteilerkasten habe da schon lichterloh gebrannt, Funken stoben. „Natürlich konnten wir den Kasten nicht mit Wasser ablöschen“, sagt Matthias Häußler. „Wasser auf Strom – das wäre keine gute Idee gewesen.“ Stattdessen benässte die Wehr die Hecke und weitere umliegende Gewächse, damit sich das Feuer nicht ausbreiten konnte. Polizeibeamte sicherten unterdessen das Gebiet.

Für den Verteilerkasten kam zunächst Löschschaum zum Einsatz. Das habe aber nicht groß geholfen, so Häußler. „Der Kunststoff hat sich immer wieder entzündet“, berichtet der Kommandant.

Zum Glück, so Häußler, seien schnell Experten von den Stadtwerken dazu gekommen, die den Strom ausschalteten. „Danach konnte wir auch den Stromkasten ablöschen“, so der Kommandant. Um 13.49 Uhr sei der Einsatz schließlich beendet gewesen.

Leider sei es auch zu weiteren Beeinträchtigungen gekommen, berichtet Sprecherin Astrid Schulte von den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim. „30 Wohneinheiten hatten vorübergehend keinen Strom“, sagte sie. „Wir haben so schnell wie möglich – mittels Umschaltung – die Stromversorgung wieder hergestellt“, ergänzt sie.

Insgesamt sei vor Ort ein Sachschaden – wohl vor allem an dem Verteilerkasten – in Höhe von rund 10 000 Euro entstanden, vermeldet die Polizei.