Mit Leerstand und Tristesse soll es im Stadtteilcenter Korber Höhe bald ein Ende haben. Die Investoren haben nun ihre ehrgeizigen Pläne für das Areal vorgestellt.
Waiblingen - Seit Jahren gibt das Mikrozentrum im Waiblinger Stadtquartier Korber Höhe mit seinen rund 7000 Bewohnern Anlass zu Diskussionen. So richtig glücklich war zuletzt keiner mehr mit dem in die Jahre gekommenen Stadtteil- und Einkaufcenter im Kleinformat, das aus den 1970er Jahren stammt: Bewohner klagten über leer stehende Geschäfte und einen trostlosen, ja desolaten Zustand des Zentrums und forderten, die Stadt solle eingreifen. Die Verwaltung verwies darauf, das Mikrozentrum sei in Privatbesitz und ihr daher die Hände gebunden.
Eine Chance für die Korber Höhe
Nun aber scheint endlich Bewegung in die Sache zu kommen: In der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause haben die Eigentümer des Mikrozentrums und die von ihnen beauftragte Architektin Sigrid Hintersteininger ihre Pläne für eine Modernisierung des Gebäudekomplexes vorgestellt – und große Zustimmung aus allen Fraktionen eingeheimst. Von einer „hochattraktiven Planung“, einem „schlüssigen Projekt“ und einer „großen Chance für die Korber Höhe“ war da die Rede.
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Was konkret planen die Besitzerfamilie Arnold aus Remshalden und Sigrid Hintersteininger? „Wir wollen das Mikrozentrum requalifizieren und insgesamt beleben“, erläuterte die Architektin. Der derzeit eingeschossige Nahkauf-Lebensmittelmarkt solle abgerissen und die frei werdende Fläche zusammen mit dem einstigen Parkplatz neu bebaut werden. So entsteht ein Gebäude, in dessen Erdgeschoss ein Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern Platz findet. Laut Hintersteininger wird dort die Firma Rewe einziehen. Im darüberliegenden Geschoss wird voraussichtlich ein Gesundheitszentrum mit Arztpraxen, Physiotherapiepraxis und öffentlicher Terrasse sowie Seniorenwohnungen entstehen. Auf zusätzlichen drei Geschossen sind weitere Appartements für Senioren vorgesehen, insgesamt sollen 60 bis 70 Menschen dort ein neues Heim finden. Die Wohnungen bleiben im Besitz der Investorenfamilie beziehungsweise deren Firma BV – Bau- und Vermögensverwaltung und werden vermietet.
Das Gebäude erhält eine Klimafassade
Unter dem multifunktionalen Haus wird eine Tiefgarage mit 108 Plätzen liegen, die Zahl der insgesamt zur Verfügung stehenden Parkplätze steige von 119 auf 189, berichtete die Architektin. „Wir planen eine nachhaltige Klimafassade“, erklärte Hintersteininger. Das bedeute, die komplette Fassade werde begrünt und die Brüstungen mit Fotovoltaik ausgerüstet. So kommt die Korber Höhe also doch noch zu ihrem begrünten Haus, auch wenn es kein grünes Hochhaus ist.
In den ebenfalls seit Jahren leer stehenden Adix-Markt, der russische Lebensmittel anbot, soll ein Drogeriemarkt einziehen, welcher einen Teil der ebenfalls nicht mehr genutzten Flächen des ehemaligen Lokals Staufer-Kastell übernehmen wird. Die restlichen Flächen soll ein neuer Imbiss nutzen. Das bestehende Gebäude wird in Terrassenbebauung aufgestockt, sodass etwa zehn Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen für Familien entstehen.
Forum Nord: Stadt investiert 400 000 Euro
„Apotheke, Bäcker und Bankfiliale an der Marktstraße werden bleiben“, erklärte Sigrid Hintersteininger. Schräg gegenüber zieht die städtische Begegnungsstätte Forum Nord ein, deren Fläche sich verdoppelt. In den Umbau der Räume will die Stadt Waiblingen rund 400 000 Euro stecken. In direkter Nachbarschaft zum neuen Forum Nord soll es ein Café mit einem kleinen Platz geben. Öffentlich zugänglich ist auch ein begrünter Hof in dem Gebäudekomplex.
Loslegen wollen Investor und Architektin, sobald alle Genehmigungen vorliegen. Man wolle das Projekt als Gesamtpaket und so rasch wie möglich angehen, sagte Hintersteininger. Um die Versorgung mit Lebensmitteln während der Bauarbeiten auf dem Nahkauf-Gelände zu garantieren, werde der Lebensmittelmarkt zunächst in die Räume des späteren Drogeriemarktes ziehen.