Komiker Bülent Ceylan kann auch Metal. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Der Comedian Bülent Ceylan und seine Band locken am Samstagabend 1200 Gäste ins Wizemann. Zu sehen ist ein Konzert mit Stand-Up-Comedy und Wacken-Gefühl. Zentrale Botschaft: gegen Rassismus und für eine offene Gesellschaft.

„Hart Bock auf Hard Rock“ – so lautet der Refrain seines Songs „Yallah Hopp“, und dass er viel Bock hat, stellt Bülent Ceylan bei seinem Konzert unter Beweis, kennt man den gebürtigen Mannheimer mit deutsch-türkischen Wurzeln doch eher als Comedian, der gerne sich selbst und alles andere durch den Kakao zieht.

 

Pünktlich um 20 Uhr geht es los. Und gute zwei Stunden gibt es hart eins auf die Nuss, wie der Künstler wohl sagen würde, dann aber auch mal eine Ballade, und später noch die spanische Gitarre. Als Sahnehäubchen ein Solo an den Drums, vom „Türken“ selbst, wie er sich gerne nennt. Mit seiner vierköpfigen Band ist Ceylan derzeit auf Tour zu seinem Debüt-Album „Ich liebe Menschen“, das Anfang März erschienen ist. Dass Bülent Ceylan, der vor allem als charmanter Comedian mit dem Humor aus „Monnem“, also Mannheim, bekannt ist, auch Musik kann, davon konnten sich 1200 Fans am Samstagabend im Wizemann überzeugen.

Musik mit Comedy-Einlagen

Der Humor blieb selbstverständlich nicht aus, und so gab es Comedy-Einlagen gepaart mit ziemlich ernstzunehmendem Metal auf die Ohren. Dabei, und das wissen nur eingefleischte Fans, macht der 48-Jährige schon seit über 26 Jahren Musik, länger noch als Comedy. Musik, das sei seine ganz große Leidenschaft, sagt er.

Ceylan ist ein Metalhead, auch in der ProSieben-Show „The Masked Singer“ zeigte er sich schon als „Metal-Engel“. Regelmäßig tritt er beim Wacken Open Air auf, und begeistert dort sein Publikum. Und so ist Headbangen an diesem Abend genauso Pflicht, wie sich einer positiven Botschaft mit viel Humor und guter Laune hinzugeben und dem Rock zu frönen. Ein zentrales Thema ist Ceylans Positionierung gegen Rassismus und Mobbing und für eine offene und bunte Gesellschaft. So heißt es in dem Stück „Nein“: „Neu im Land und schon im Bann/Wartet auf den deutschen Pass/Brutal trifft ihn der Fremdenhass/überall nur braune Soße“, und in „Lieder gegen Nazis“ werden Faschisten gebeten zu gehen.

„Wall of love“

Dann fordert Ceylan von seinen Fans eine „Wall of Love“ – das Publikum entfernt sich zunächst voneinander, um dann langsam wieder zusammenzukommen, um sich schließlich zu umarmen. Liebe soll es sein. Das ist eine Abwandlung der „Wall of Death“, und wie der wahre Metaller weiß, geht es dabei wieder eher Richtung Nuss.

Ceylans junge Band setzt sich zusammen aus den Profimusikern Julia Lange (Gitarre), Tobi Stulz (Gitarre, Gesang), Hannes Merten (Bass, Keyboard), Marcel Vojvodic (Drums) und miteinander liefern sie eine starke Performance, bei der selbst ein Cover des Roland Kaiser-Hits „Santa Maria“ zur Rockhymne mutiert. Es wird viel gelacht, und gegen Ende gibt es dann noch eine Stand-Up-Einlage – eben ein bisschen „Yallah“ und ein bisschen „Hopp“ und wem das nicht reicht, bekommt auch noch „Boom!“, ein weiterer Song von Ceylan - oder einfach ein Stück Menschenliebe.