Stadt und Unternehmen vereinbaren Absichtserklärung. Büros, Labore sowie Wohnungen sollen entstehen.
Das Ditzinger Unternehmen Trumpf betreibt seit 1979 am Standort Gerlingen ein Werkzeug-Kompetenzzentrum. Weil die Industriegebäude auf der etwa ein Hektar großen Fläche in die Jahre gekommen sind, will der Konzern das gesamte Gelände neu entwickeln.
Am Mittwoch hat der Gerlinger Gemeinderat zu diesem Zweck einer Absichtserklärung zwischen der Stadt Gerlingen und der Firma Trumpf grünes Licht gegeben. Darin vereinbaren nach Unterzeichnung Stadtverwaltung und Unternehmen, dass auf der bislang rein gewerblich genutzten Fläche an der Hermann-Dreher-Straße künftig neben neuen Industriebauten auch Wohnungen entstehen sollen. Weil bisher der Standort baurechtlich als reines Gewerbegebiet ausgewiesen ist, muss hierfür der Flächennutzungsplan sowie der Bebauungsplan angepasst werden.
Neue Industriebauten und bezahlbares Wohnen im Vordergrund
Laut Trumpf ist aktuell auf dem Gelände, das von der Hermann-Dreher-, der Hans-Klein- sowie der Holdäckerstraße umrahmt ist, die betriebseigene Produktion für Werkzeuge von Stanzmaschinen sowie von Umformwerkzeugen untergebracht. Jürgen Schäfer, bei Trumpf zuständig für Immobilien und Nachhaltigkeit, kündigte im Gemeinderat an, dass dieser Unternehmensbereich verlagert werden soll und künftig am Standort Gerlingen Büroflächen sowie Labore im Bereich Innovation angesiedelt sein könnten. Trumpf beschäftigt derzeit in Gerlingen nach eigenen Angaben 73 Mitarbeiter, diese Zahl solle auch künftig erreicht werden.
Die derzeitige Nutzung des Areals zeichne sich „durch einen hohen Lkw-Verkehr und Emissionen aus“, so Schäfer. Dies würde sich mit der neuen Nutzung in Zukunft ändern. Die geplante Wohnbebauung soll nun gemeinsam mit der Stadt entwickelt werden. „Uns geht es um bezahlbares Wohnen“, erklärte Schäfer. Bezahlbarer Wohnraum sei für Trumpf ein wichtiges Thema in Hinblick auf die Gewinnung von Fachkräften. Auch die Sozialbauverpflichtung von 20 Prozent werde eingehalten.
Trumpf-Standort mit Laboren im Bereich Innovation
Wie Bürgermeister Dirk Oestringer (parteilos) betont, sieht die Absichtserklärung ausdrücklich vor, dass mindestens die bisher genutzte Gewerbeflächengröße innerhalb des betreffenden Geländes erhalten werden muss. Die Stadt will damit garantieren, dass Trumpf auch nach der Verlagerung des Werkzeug-Kompetenzzentrums in Gerlingen Gewerbesteuer in bisherigem Umfang entrichtet und weiterhin Arbeitsplätze am Ort anbietet. Neben den Industriebauten befindet sich auf dem Areal bislang ein Parkplatz sowie eine Wiesenfläche, die künftig überbaut werden würden.
Schäfer erklärte, dass die neuen Gebäude „maximal energieeffizient“ sein sollen. Laut einem ersten Planungskonzept, das Trumpf im Gemeinderat präsentierte, ist vorgesehen, künftig in drei Blöcken die gewerbliche Nutzung unterzubringen. Sieben zwei- bis dreigeschossige Wohngebäude würden sich nach diesem Konzept um einen gemeinsamen Grünbereich gruppieren. Schäfer betonte weiter, dass zwar die Größe der überbauten Gewerbefläche künftig geringer werde, die Bruttogeschossfläche für den Gewerbebereich sich jedoch vergrößere.
Möglichst zeitnahe Umsetzung der Quartiersentwicklung
In einem nächsten Schritt soll sich nun eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Stadtverwaltung und des Unternehmens mit der Ausarbeitung eines detaillierten Projektplans befassen. Anschließend soll ein städtebaulicher Entwurf entstehen, um auf dessen Basis das neue Planungsrecht zu schaffen.
In der gemeinsamen Absichtserklärung betont Trumpf sein großes Interesse an einer zeitnahen Umsetzung der Quartiersentwicklung. Wie ein Sprecher des Unternehmens erklärt, rechnet Trumpf mit einer Realisierung des Projekts bereits in etwa zwei bis drei Jahren.