Die Küstenmetropole Tel Aviv war zum ersten Mal seit vier Monaten wieder Ziel der Hamas. Foto: dpa/Sara Lemel

Während Israel Angriffe auf Rafah im Gazastreifen gestartet hat, feuert die Hamas erstmals wieder in Richtung der israelischen Metropole. Demnächst sollen wieder Verhandlungen aufgenommen werden.

Erstmals seit vier Monaten hat die islamistische Terrororganisation Hamas Raketen auf den Großraum Tel Aviv gefeuert. Im Stadtzentrum von Tel Aviv waren mehrere Explosionen zu hören. In mehreren Städten im Großraum der Küstenmetropole gab es Raketenalarm. Der militärische Hamas-Arm reklamierte die Angriffe für sich. Zwei Frauen wurden nach Angaben von Sanitätern leicht verletzt, als sie in Schutzräume eilten. Nach israelischen Militärangaben wurden acht Raketen aus der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens auf die israelische Küstenmetropole abgefeuert. Mehrere Geschosse seien von der Raketenabwehr abgefangen worden, teilte die Armee mit.

 

Die Hamas will weiterkämpfen, und auch Israel will den Krieg nicht beenden. Trotzdem will die internationale Gemeinschaft in den kommenden Tagen neue Verhandlungen über eine Feuerpause beginnen. An diesem Montag treffen sich die Außenminister der EU mit einer Gaza-Kontaktgruppe aus einflussreichen islamischen Staaten.

Tausende neue Hamas-Kämpfer rekrutiert

Inzwischen hat die israelische Armee mit Angriffen auf die Stadt Rafah im Süden des Gaza-Streifens begonnen, wo die letzten großen Einheiten der Hamas vermutet werden. Auch an anderen Stellen des Küstengebietes flammten neue Kämpfe auf. Hamas sieht deshalb keinen Grund, in Verhandlungen mit den Vermittlern Ägypten, Katar und USA neue Kompromisse einzugehen.

Rund zwei Drittel der ursprünglich 30 000 Hamas-Kämpfer hätten den Krieg seit Oktober überlebt. Das berichtet das Online-Magazin „Politico“ unter Berufung auf US-Geheimdienstinformationen. Zudem habe Hamas in den vergangenen Monaten tausende neue Kämpfer rekrutieren können.

Natanjahu: Israel will Hamas „loswerden“

Wenn neue Gespräche anberaumt werden, dürfte sich die Hamas zwar nicht verweigern. Die Palästinensergruppe wird Israel aber nicht weiter entgegenkommen wollen als bei der letzten Verhandlungsrunde. Israel stimmt den neuen Gaza-Gesprächen zwar zu, lehnt ein Ende des Krieges aber ab. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte dem US-Sender CNN, Israel wolle die Hamas „loswerden“. Im Mandat der Regierung für das israelische Verhandlungsteam hieß es nach Medienberichten, es solle vor allem über eine Freilassung der Geiseln gesprochen werden.