Papst Franziskus feiert am 20. Januar 2018 an der Strandpromenade des Badeortes Huanchaco in Trujillo (Peru) eine Messe vor Hunderttausenden Gläubigen. Foto: dpa

Die Reise nach Chile und Peru war für das Kirchenoberhaupt der erste Rückschlag in seinem fast fünfjährigen Pontifikat. Und sie birgt ein Risiko mit Langzeitwirkung, meint Tobias Käufer.

Rio de Janeiro - Die achttägige Reise von Papst Franziskus nach Chile und Peru ist eine Zäsur in seinem fast fünfjährigen Pontifikat. Denn erstmals bekam Franziskus auf seinem Heimatkontinent Gegenwind zu spüren. Die Chile-Reise litt nicht nur unter dem geringen Zuspruch in viel zu groß dimensionierten Arealen. Der Papst hat den Missbrauchsskandal um Bischof Juan Barros, dem Opfer vorwerfen, er habe einen straffällig gewordenen katholischen Geistlichen gedeckt, als „Verleumdung“ bezeichnet. Der bislang chilenische Fall bekommt so eine weltweite Tragweite und Franziskus hat sich angreifbar gemacht. Ausgerechnet im Heimatland des Papstes, in Argentinien, dreht sich zudem der Wind. Mit bis zur einer Millionen Pilger aus dem Nachbarland hatte man gerechnet. Es kamen nicht einmal ansatzweise so viele.

Der Fall Barros wird nachwirken

Zumindest das Ende der Reise war versöhnlich. In Peru erlebten die Gläubigen wieder den Papst, den sie so schätzen und lieben. Mit Themen, die zum Zeitgeist und der Kirche passen, wie Franziskus sie sieht: Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit. Entsprechend groß war der Jubel auf den peruanischen Straßen. Und dennoch: Die Reise hat Spuren hinterlassen. Der Fall Barros wird nachwirken, die Herzen der verprellten und enttäuschten Argentinier, die ihren Papst nur noch aus der Ferne sehen, müssen zurückerobert werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: