Im Babyalter wird die erste Masernimpfung empfohlen. Foto: Adobe Stock

Die Impfpflicht kann sinnvoll sein. Masern besiegen wird man mit ihr nicht, kommentiert Bernhard Walker.

Berlin - Das Wort „Kinderkrankheiten“ war schon immer irreführend. Es klingt irgendwie harmlos – obwohl Krankheiten wie Masern einen schlimmen Verlauf nehmen können. Umso besser deshalb, dass zuletzt 97,1 Prozent der Abc-Schützen die erste Masernimpfung hatten. Von einer weitverbreiteten Impfskepsis kann also keine Rede sein. Es mangelt eher an Beharrlichkeit und Sorgfalt: Bei der zweiten Impfung erreicht Deutschland nicht den Wert, der nötig ist, um Masern besiegen zu können. Deshalb ist es richtig, dass Gesundheitsminister Jens Spahn eine Impfpflicht anstrebt. Ja, das ist streng und obrigkeitsstaatlich. Doch endet die Freiheit des Einzelnen dort, wo sie andere in Gefahr bringt. Und das heißt in diesem Fall: Wer andere mit einer potenziell tödlichen Krankheit ansteckt, gegen die er sich hätte impfen können, handelt verantwortungslos.

Jugendliche und Erwachsene als Problem

Die Impfpflicht allein bannt diese Gefahr aber nicht. Denn zuletzt erkrankten viele Jugendliche und junge Erwachsene an Masern. Sie werden von der Impflicht nicht erfasst. Es kommt also auf die Ärzte an. Sie sollten uns auf die Pelle rücken: gerade die jüngeren Patienten so lange auf den Impfstatus ansprechen, bis sie ihren Impfpass aus der Schublade hervorgekramt und geprüft haben, wie es um den eigenen Impfschutz steht.

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