Mann stirbt in Köthen Keine politische Instrumentalisierung tragischer Vorfälle

Von Christoph Link 

Die Polizei war in Köthen (Sachsen-Anhalt) stark präsent. Foto: dpa-Zentralbild
Die Polizei war in Köthen (Sachsen-Anhalt) stark präsent. Foto: dpa-Zentralbild

Zu Recht haben Politik und Kirche nach dem Todesfall von Köthen zu Vernunft und Besonnenheit aufgerufen. Eine politische Instrumentalisierung tragischer Vorfälle, um die Migrantendebatte anzuheizen, darf es nicht geben, kommentiert Christoph Link.

Köthen - Auch bei dem von rechten Gruppen veranstalteten Trauermarsch in Köthen ist es zu hetzerischen und unsäglichen Parolen gekommen. Offensichtlich gab es erneut den Versuch von Neonazis, aus einem Todesfall nach einem Streit, bei dem zwei Migranten mitverantwortlich gewesen sein könnten, Kapital für ihre Zwecke zu schlagen. Aber der Aufruf zur Besonnenheit, am Sonntag rasch und verständlich formuliert von Politikern wie dem Köthener SPD-Bürgermeister Bernd Hauschild und dem CDU-Landesinnenminister von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht, hat dazu beigetragen, dass es nicht zu einer Eskalation der Lage mit fremdenfeindlichen Ausschreitungen wie vor zwei Wochen in Chemnitz gekommen ist. Die Polizei war rasch und massiv präsent.

Verunsicherung in der Bevölkerung

Es besteht eine Verunsicherung in der Bevölkerung – und jeder gewaltsame Tod löst Betroffenheit, Empörung, Wut und Trauer aus. Die Migrantendebatte wird von der Politik und den Medien täglich befeuert. Aber es darf in unserem Rechtsstaat nicht dazu kommen, dass wir die Straße wütenden Rechtsradikalen überlassen, die Ausländern nachsetzen oder sie angreifen. Das ist in Köthen verhindert worden. Deutschland ist keine Bananenrepublik, in der ein Mob „anders“ aussehende Menschen jagt und Selbstjustiz verübt.

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