Siegfried Stumpf: Ex-Polizeipräsident und vorbestraft Foto: dpa

Ex-Polizeipräsident Siegfried Stumpf drückt sich um seine Verantwortung, meint unser Gerichtsreporter George Stavrakis.

Stuttgart - Es ist vorbei – zumindest für den ehemaligen Polizeipräsidenten Siegfried Stumpf. Der 64-jährige Pensionär hat den Strafbefehl akzeptiert. Er habe es versäumt, den Wasserwerferbesatzungen einen bestimmten Hinweis zu erteilen, räumt Stumpf ein. Mehr nicht. Und eigentlich seien die betreffenden Beamten ja speziell ausgebildet gewesen.

Soll heißen: Sie hätten es wissen und dementsprechend handeln müssen. Ohne sein Zutun, so Stumpf. Übernahme von Verantwortung und Anerkennung von Schuld sehen anders aus. Vor allem angesichts der empfindlichen Strafen, mit denen die Justiz einige Beamte der Wasserwerferstaffel belegt hat. Damit hat man untergeordnete Dienstränge zur Rechenschaft gezogen. Ihr damaliger Chef schien ungeschoren davonzukommen. Das hat die Staatsanwaltschaft im zweiten Anlauf korrigiert, womit sie den Rechtsfrieden ein Stück weit wiederhergestellt hat.

Es ist davon auszugehen, dass sich der einst oberste Stuttgarter Polizist gerne gegen den Strafbefehl gewehrt hätte. Es ist aber ebenso zu verstehen, dass der Ruheständler sich und seiner Familie keinen öffentlichen Prozess zumuten will. Die Geldstrafe kann Siegfried Stumpf wohl verschmerzen. Dass er als ehemaliger Polizeipräsident vorbestraft ist, tut ihm dagegen sicher weh.

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