Ein ähnlicher Vorstoß des damaligen privaten Bäderkonsortiums vor sechs Jahren ging noch ins Leere. Nun wagt die Stadtverwaltung erneut den Versuch – vorgesehen ist eine Gebühr von einem Euro pro Stunde bei maximal vier Euro am Tag.
Wenn ein Vorschlag im übertragenen Sinne baden geht, heißt das nicht, dass dieses Ansinnen auf immer und ewig untergegangen ist. So in etwa könnte man den durchaus überraschenden Kopfsprung beschreiben, den Fellbachs Erster Bürgermeisters Johannes Berner aktuell darbietet. Demnach sollen F3-Badegäste bald doch Gebühren dafür zahlen, wenn sie ihr Vehikel auf dem abgeschrankten Bereich abstellen.
Erster Versuch mit Parkgebühren im Jahr 2017 ging baden
Einen derartigen Versuch hatte das damalige private Bäderkonsortium bereits im Jahr 2017 gestartet. Zwei Euro sollte die Tagesgebühr kosten – dies sei zur Erhöhung des Kostendeckungsgrads erforderlich. Nach Protesten von Badegästen wie auch aus der Nachbarschaft, die vor zugeparkten Straßen warnten, wurden das Parkgebührenmodell still und leise wieder beerdigt. „Aufgeschoben, nicht aufgehoben“, lautete damals die lakonische Überschrift des Kommentars in unserer Zeitung zu der Entwicklung.
So kommt’s nun aller Voraussicht nach tatsächlich. Denn es folgt der erneute Vorstoß aus dem Fellbacher Rathaus mit nahezu identischer Argumentation – seit 2020 läuft das kombinierte Frei- und Hallenbad unter städtischer Regie. 310 Stellplätze gibt es auf dem großen Areal südöstlich des Kombibads. Während „Fremdnutzer“ ab der zweiten Stunde zwei Euro je Stunde bis maximal acht Euro am Tag zahlen müssen, können sich Badegäste ihre Parktickets bislang im F3-Kassenbereich „freistempeln“ lassen.
Wirtschaftsprüfer mahnt Ergebnisverbesserung an
Ein externer Wirtschaftsprüfer hat nach der Durchsicht des Jahresabschlusses 2022 allerdings eine dauerhafte Ergebnisverbesserung bei der F3-Betriebsgesellschaft angemahnt. Zwar steht das F3 dank guten Zuspruchs mit Gästen aus der ganzen Region finanziell nicht schlecht da, sei aber als Beteiligungsunternehmen der Städtischen Holding auf die nachhaltige Erzielung von Jahresüberschüssen angelegt, heißt es. Die F3-Betriebsgesellschaft strebt daher bereits ab dem Geschäftsjahr 2024 die Erreichung von „schwarzen Zahlen“ an, erläutert Bürgermeister Berner in seinen schriftlichen Ausführungen zur Tagesordnungspunkt in der Gemeinderatssitzung an diesem Dienstag.
Bürgermeister spricht von „moderaten Parkgebühren“
Berners „Überlegung“, wie er es nennt, sieht vor, die kostenfreie Nutzung des Parkplatzes „durch die Einführung moderater Parkgebühren abzulösen“. Wer aus Fellbach zu Fuß oder mit dem Fahrrad komme oder, wie etliche Stammgäste aus Stuttgarter Stadtbezirken mit der Stadtbahn anreise, sei gar nicht betroffen. Ansonsten soll die erste Stunde weiterhin kostenfrei bleiben. Ab der zweiten Stunde sollen F3-Besucher eine um 50 Prozent rabattierte Gebühr in Höhe von einem Euro pro Stunde entrichten. Der Tages-Maximalbetrag läge so bei vier Euro.
Nach Berners Auffassung sind die Parkplatztarife „bewusst so defensiv kalkuliert, dass sie in der Wahrnehmung kaum ins Gewicht fallen“. Damit solle verhindert werden, dass Badegäste „im Sinne eines übertriebenen Spareifers“ ihr Gefährt statt auf dem F3-Bezahl-Parkplatz auf dem südlich angrenzenden Parkplatz des Max-Graser-Stadions oder auf öffentlichen Stellplätzen in umliegenden Wohnquartieren abstellen. Derartig unerwünschte „Nebenwirkungen“ will die Stadt mit Hilfe vorausschauender Maßnahmen verhindern. Insbesondere soll die westliche Hälfte mit sechs Parkreihen am Max-Graser-Stadion an Wochenenden sowie unter der Woche ab 17 Uhr explizit Nutzern der Stadion-Sportanlagen vorbehalten sein. Die östliche Hälfte des Parkplatzes (weitere vier Parkreihen) soll weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Damit stehe dem SV Fellbach für Trainings- und Spielbetrieb am Max-Graser-Stadion auch künftig ausreichend Parkraum zur Verfügung.