Ab März 2019 wird die Kodak Alaris GmbH auf dem früherem „Alstom-Areal“ einziehen. Foto: Alexander Müller

Es ist ein erster Schritt zur Wiederbelebung des Industriegebietes an der Augsburger Straße in Obertürkheim: Aurelis Real Estate vermietet Büroflächen im „Alstom-Areal“ an Kodak.

Obertürkheim - Es ist ein erster Schritt zur weiteren Wiederbelebung des Industriegebiets entlang der Augsburger Straße in Obertürkheim: Die Aurelis Real Estate GmbH hat laut eigenen Angaben zwei neue Mietverträge für den 17 400 Quadratmeter großen Gebäudekomplex der Hausnummer 712 geschlossen.

Ab März 2019 wird die Kodak Alaris Germany GmbH, die ihren Hauptsitz in der Landeshauptstadt in der Hedelfinger Straße hat, zum Teil auch über den Neckar nach Obertürkheim ziehen. Sie übernimmt 1300 Quadratmeter Bürofläche, die derzeit für die neue Nutzung umgebaut werden. Zudem zieht auch das Planungs- und Beratungsunternehmen RPB Rückert auf 450 Quadratmeter ein. „Somit stehen derzeit noch weitere 4248 Quadratmeter für Büro- und Lagernutzung zur Verfügung“, erklärt Thilo Jung, Leiter Projektmanagement in der Aurelis Region Mitte.

Der aus insgesamt vier Objekten bestehende Gebäudekomplex in der Augsburger Straße 712 hat eine lange Tradition. Mehr als 30 Jahre lang war dieser in Besitz der Firma General Electric (GE). Bereits Ende der 1980er-Jahre bezog der Entwicklungsbereich für Boilertechnik der damaligen Alstom die Flächen in Obertürkheim, bis zum Jahr 1995 war auch die Werkstatt mit 500 Angestellten dort untergebracht. Zeitweise arbeiteten bis zu 1000 Menschen am Standort. Übriggeblieben ist heute lediglich noch die Entwicklungssparte. In Obertürkheim werden hochtechnologisierte Kraftwerksanlagen für Braun-, Steinkohle und Gas ausgetüftelt. Die Fertigung selbst erfolgt nun direkt in Asien wie beispielsweise in Indien oder China.

Mit der Übernahme durch GE und dem damit verbundenen Stellenabbau – in Zukunft sollen nur noch 188 Arbeitsplätze bestehen bleiben – hat der französische Konzern das Gebäude im Januar diesen Jahres an Aurelis verkauft. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Die GE fungiert aber weiter als Hauptmieter.

Weitere Großprojekte

Für Aurelis selbst ist es der erste wirkliche Erfolg bei der Vermarktung der inzwischen sehr großen Flächen in Obertürkheim. Neben dem „Alstom-Areal“ besitzt das aus dem Projekt- und Immobilienmanagement der Deutschen Bahn hervorgegangene und heutige Privatunternehmen mit Sitz in Niedersachsen noch zwei weitere Großprojekte entlang der Augsburger Straße.

Im Sommer 2015 erwarb Aurelis das Gelände des ehemaligen Nürnberger-Bunds an der Ortsgrenze zu Mettingen in der Augsburger Straße 744. Unter dem Namen „Hammerwerk“ soll auf 4800 Quadratmetern eine Mischnutzung aus Büros, Lagerflächen und Kleingewerbe angesiedelt werden. Anfang des Jahres wurde mit dem Umbau begonnen. Das Projekt birgt ein großes Potenzial für die Stadtentwicklung von Obertürkheim. Schließlich sollen rund 300 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Nach Angaben von Aurelis befinde man sich derzeit in Gesprächen mit potenziellen Mietern für das Hauptgebäude. Hingegen soll die originalgetreue Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Gründerzeitvilla aus den 1920er-Jahren, die als Wohn- und Bürofläche genutzt werden kann, bis November diesen Jahres abgeschlossen sein.

Zudem besitzt das Unternehmen auch noch ein weiteres 28 000 Quadratmeter großes Gewerbegrundstück. Dabei handelt es sich um einen schmalen Streifen entlang der Schienen, der sich vom Bahnhof Obertürkheim bis zur Straße In den Stegwiesen erstreckt. Eine aus Sicht von Aurelis exzellente Mischung „in sehr guter Lage“. Ein erster Schritt ist mit der Vermietung des „Alstom-Areals“ an Kodak nun getan.

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