Für viele Kinder ist das Mittagessen in der Kita etwas Besonderes. Foto: dpa/J. Stratenschulte

Ein warmes Mittagessen gibt es in Holzgerlingens Kitas nur für Kinder, die bis 14 Uhr bleiben. Das führt teils zu seltsamen Situationen – wie ein Vater berichtet.

Die Regelung für das Mittagessen in Holzgerlinger Kitas erregt bei manchen Eltern Unmut. Das liegt daran, dass nicht alle Kinder in den Kitas ein warmes Mittagessen bekommen. Alexander Hof ist so ein Vater, der sich darüber ärgert – und die Regelung nicht verstehen kann.

 

Vesper von daheim

Sein zweijähriger Sohn nämlich bekommt in seiner Kita kein warmes Essen, weil er nicht die verlängerten Öffnungszeiten in Anspruch nimmt. Unter den Eltern mache sich deswegen schon seit längerer Zeit Unmut breit, sagt der Vater. Führe dies doch zu seltsamen Situationen. Etwa zu dieser: Wenn es Zeit fürs Mittagessen in der Kita ist und sich alle Kinder gespannt um die Essenstische scharen, packt Alexander Hofs Sohn das Essen aus, das seine Eltern für ihn zu Hause zubereitet haben.

Ohne Arbeitsbescheinigung gibt’s auch kein warmes Mittagessen

Der Sohn besucht die Kita bis 13.30 Uhr. Andere Kinder in der Betreuungsform „verlängerte Öffnungszeiten plus“ bleiben bis 14 Uhr in der Betreuungseinrichtung und bekommen dort in diesem Zuge auch ein warmes Mittagessen. „Grundlage, um dieses Angebot in Anspruch nehmen zu können, ist die Arbeitsbescheinigung, dass beide Elternteile auf diese verlängerten Öffnungszeiten angewiesen sind“, teilt die Stadt mit. Da in der Familie Hof derzeit nicht beide Elternteile arbeiten, bleibt ihr Sohn nur bis 13.30 Uhr.

Das führe zu unzufriedenen bis traurigen Kindern, sodass sogar Tränen fließen, sagt der Vater. „Die Kinder, die kein Essen bekommen, fangen an zu heulen, weil sie natürlich nicht verstehen, warum sie nicht das gleiche zu essen bekommen wie die anderen Kinder auch“, sagt er. Manche Eltern würden sogar so weit gehen und versuchen, das Essen nachzukochen, das auf dem Speiseplan für den jeweiligen Tag steht.

Die Stadt will an der Regelung festhalten

Alexander Hof selbst findet die Regelung auch nicht wirklich nachvollziehbar – sein Sohn würde ja nur eine halbe Stunde früher als die Kinder der anderen Gruppe gehen. Die Stadt wiederum verweist auf den Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS). Der habe definiert, dass Kinder mit einer Betreuungszeit von mehr als sieben Stunden ein Mittagessen angeboten werden muss. Daran halte man sich, teilt die Verwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung knapp mit.

Womöglich wäre eine Ausweitung des Angebots logistisch nicht zu stemmen. Weil es womöglich am nötigen Personal fehlen würde. Doch dazu befragt, gibt die Verwaltung keine eindeutige Stellungnahme ab. Dafür verweist sie auf eine Gesamtelternbeiratsitzung der städtischen Kitas Anfang Februar. Dort habe es eine Frage zu diesem Thema aus der Elternschaft gegeben, auf die die Stadt geantwortet habe. Zu weiteren Rückfragen von Seiten der Elternschaft hätte die Erklärung der Stadt nicht geführt. Diese Regelung zum Mittagessen gelte im Übrigen für alle städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen. „Es gibt sie für den Bereich der verlängerten Öffnungszeiten, seitdem es in Holzgerlingen Ganztagsangebote für die Kinderbetreuung gibt“, so die Stadt.

Und dass sie daran festhalten werde.