Das Mehrgenerationenhaus Linde, einmal nicht von der Schauseite her gesehen Foto: Ines Rudel

14 Architekturbüros haben sich gemeinsam mit Landschaftsplanern Gedanken über die Zukunft des Linde-Areals gemacht. Auslöser ist die Sanierungsnotwendigkeit des Herzstücks, das Mehrgenerationenhaus Linde.

Kirchheim - In dem Mehrgenerationenhaus Linde schlägt das soziale Herz der Stadt Kirchheim. Hier geben sich Jung und Alt die Klinke in die Hand. In dem stattlichen Fachwerkbau ist unter anderem der Kreisjugendring zuhause, die Beratungsstelle für Flüchtlinge, die Jugendagentur, der Seniorentreff, eine Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt und der Verein Partnerschaft für Demokratie. Hier wird das Frauenfrühstück serviert und hier werkelt die Kreativwerkstatt.

Weil der im Jahr 1785 errichtete Gebäudeveteran nicht nur aus allen Nähten platzt, sondern auch kurz vor dem Infarkt steht, hat die Stadt jetzt einen städteplanerischen Wettbewerb ausgelobt. 14 Architekturbüros haben dabei auftragsgemäß nicht nur das Haus, sondern das gesamte rund 11 000 Quadratmeter große Linde-Umfeld in den Blick genommen. Neben der neu aufgestellten Linde sollte eine Kindertagesstätte und mindestens zehn Wohneinheiten auf dem künftig über eine Tiefgarage zu erschließenden Gebiet untergebracht werden.

Zwei erste Sieger

Einen unangefochtenen Sieger hat die Jury unter Leitung der Münchner Architekturprofessorin Sophie Wolfrum nicht ausmachen können. Den ersten Rang teilt sich die Stuttgarter Bürogemeinschaft Bodamer Faber Architekten, Stuttgart und Jedamzik+Partner Landschaftsarchitekten mit dem Kölner Duo Lorber Paul Architekten und club L94. Die beiden Büros werden nun, ebenso wie die beiden mit einem dritten Preis bedachten Wettbewerber, ihre Pläne nach den Vorstellungen der Stadt überarbeiten.

„Wir sind optimistisch, für diesen zentralen Anlaufpunkt in der Stadt eine gute Lösung zu finden“, kommentiert Günter Riemer, der Baubürgermeister der Stadt, das Wettbewerbsergebnis. „Vor allem das innere Gefüge und das Raumprogramm der Linde muss noch nachgebessert werden“, präzisiert Oliver Kümmerle, der das Projekt in der städtischen Abteilung Städtebau und Baurecht koordiniert. Im zweiten Quartal des kommenden Jahres soll der Gemeinderat dann ein entscheidungsfähiges Konzept vorliegen.

Die Sanierung der Linde hat Vorrang

In der Linde, die laut Riemer vorrangig saniert werden soll, werden die Bauarbeiter nicht vor dem Jahr 2022 anrücken. „Je mehr Zeit wir uns für die Planung lassen, desto geringer ist der Stress beim Bauen“, sagt der Bürgermeister. Der Stress mit dem Kämmerer und dem Gemeinderat ist den Bauleuten ohnehin gewiss. Allein die Ertüchtigung der Linde dürfte einer ersten Kostenschätzung zufolge nicht unter fünf Millionen Euro zu haben sein.

Die Arbeiten sind am Donnerstag, 18. Juli, von 16 bis 18 Uhr in der Stadthalle zu sehen, dann zieht die Ausstellung in die Linde um. Dort ist sie vom 21. Juli bis zum 28. Juli unter der Woche von 9 bis 18 Uhr und am Wochenende von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Ein geführter Rundgang wird am Dienstag, 23. Juli, um 10 Uhr und am Donnerstag, 25. Juli, um 17 Uhr angeboten.

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