Im Schatten muss man zusammenrücken – Besucher des Kirchentags in Stuttgart Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Das beste Mittel gegen zu viel Hitze : Einen der begehrten Schattenplätze auf dem Kirchentag suchen – und vor allem viel Trinken. Wir haben uns bei Kirchentagsbesuchern umgehört.

Stuttgart - Es ist heiß - besonders in den Zelthallen am Neckarpark. In Halle 7 am Stand des Vereins ibg (Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten) steht Sandra mit einigen anderen jungen Menschen. „Es ist sehr stickig hier drin“, sagt sie und setzt auf Ablenkung: „wenn man sich mit Besuchern unterhält, vergisst man die Hitze.“

Einige Zelte weiter am Stand der Neuapostolischen Kirche. Volker Kühnle, der ökumenische Beauftragte, ist zwar auch am Schwitzen, sagt aber: „um der Sache willen ist man gerne bereit etwas zu ‚leiden’. Wir nutzen gerne die Gelegenheit mit anderen Christen ins Gespräch zu kommen.“

Wie viele andere hat auch Nico Paasch hinter einem Zelt Schatten gesucht. Dort bereitet sich der evangelische Jugenddiakon aus Hamburg auf einen Auftritt als Musikkabarettist vor. Seine Rezepte gegen Hitze: „Schatten, viel trinken und mal Pause machen. Bei diesen Temperaturen ist man nicht so viel auf dem Gelände unterwegs wie sonst bei Kirchentagen.“ Doch er kann der Hitze auch etwas Positives abgewinnen: „Die Menschen rücken zusammen im Schatten und so entstehen gute Gespräche. „

Susanne Kiliani aus Laufenburg und Kathrin Lorbeer aus Heilbronn waren schon oft auf Kirchentagen. „Heute ist es noch erträglich“, sagt Kiliani. „Wir haben schon Schlimmeres erlebt, was die Hitze angeht“, ergänzt Lorbeer. Mit einem Liter Wasser pro Person haben sie morgens das Haus verlassen. Das sei für einen ganzen Tag natürlich zu wenig, aber man könne ja auch vor Ort etwas zu trinken bekommen. „In den Zelthallen ist die Hitze allerdings unerträglich. Länger als eine halbe Stunde hält man das nicht aus“, findet Kiliani. „Ich bedaure jeden, der hier an den Ständen arbeitet. „

Tatsächlich ist die Hitze für manche zu viel. An einem Hallenausgang bricht plötzlich ein junges Mädchen zusammen und ist mehrere Minuten ohne Bewusstsein.

Die meisten Besucher des Kirchentags sind aber offenbar gut auf die Hitze vorbereitet: Die rund 1000 Helfer von den Johannitern seien bisher „auch nicht häufiger beschäftigt als auf anderen Kirchentagen“, teilte der Veranstalter am Donnerstag mit.

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