Seite 2Kinokritik „Blade Runner 2049“ Dunkle Zukunftsvision

Von Anke Westphal 

Um die Begriffe Echtheit und Wahres, aber auch die Natur der Seele kreist der Film insgesamt. Das Drehbuch schrieben Hampton Fancher, der bereits bei Ridley Scotts Klassiker mitwirkte, und Michael Green. „Blade Runner 2049“ brilliert mit einem visuellen Reichtum, der seinesgleichen sucht im Kino der Gegenwart. Villeneuve zelebriert die Bilder fast meditativ, er setzt Actionszenen sehr bewusst, fast sparsam ein.

Die Besetzung ist international und hochkarätig: Villeneuve stellt mit Ryan Gosling einen der populärsten Hollywood-Stars ins Zentrum und holt zudem den Hauptdarsteller des Originals Harrison Ford zurück. Robin Wright spielt ihre Androgynität aus als Chefin von Officer K, und die großartige palästinensische Schauspielerin Hiam Abbas verkörpert in ihrem wohl ersten Blockbuster-Auftritt die Anführerin einer Untergrundbewegung. Fans des 1982er Klassikers werden viele optische Bezüge zu Ridley Scotts Kultfilm finden, jener Synthese aus Dystopie und Film noir, in der stilistisch der Cyberpunk herrschte.

Einer der fähigsten Regisseure unserer Zeit

Im Großen und Ganzen ist dies der Film eines der fähigsten Regisseure unserer Zeit: Denis Villeneuve überrascht nicht allein durch die grandiosen Bilder, sondern auch mit narrativen Wendungen, und er hat seine dunkle Zukunftsvision jenseits der heute modern gewordenen Transhumanität weitergedacht, indem er seinen Protagonisten Wege schenkt, sich aus ihrer Seriennummern-Existenz heraus einen Namen und die Deutungshoheit über ihre Geschichte zu erkämpfen.

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