Kinderwissen Pechschwarzer Paradiesvogel

Von Kinderchefreporter Paul 

Kaum zu glauben: auf diesem Ast sitzen zwei Vögel. Foto: Ed Scholes / dpa
Kaum zu glauben: auf diesem Ast sitzen zwei Vögel. Foto: Ed Scholes / dpa

Paradiesvogelfedern sind anders aufgebaut als die von anderen schwarzen Vögeln.

Cambridge - Auf dem Ast sitzt ein Vogel. Er schaut auf – ja, was denn? Vor ihm sitzt ein schwarzes, ovales Etwas mit einem türkisfarbenen Balken und zwei türkisfarbenen Punkten. Hast du so etwas schon einmal gesehen? Tatsächlich ist der braune Vogel ein weiblicher Paradiesvogel, das schwarze Etwas mit den türkisfarbenen Flecken ein männlicher Vogel derselben Art. Er versucht gerade, das Weibchen mit seinem aufgeplusterten Gefieder zu beeindrucken. Kragenparadiesvögel kommen nur in den Wäldern der Insel Neuguinea vor. Dort leben aber relativ viele von ihnen. Neuguinea ist nach Grönland die zweitgrößte Insel der Welt. Sie liegt nahe am Äquator, nördlich von Australien.

Eigentlich sind Paradiesvögel bekannt für ihr farbenfrohes Gefieder. Doch jetzt haben Biologen herausgefunden, dass sie auch das wohl tiefste Schwarz des Tierreichs hervorbringen. Zwar haben viele Vögel schwarze Federn. Ihr Federkleid färbt normalerweise ein Farbpigment wie Melanin. Das tiefe Schwarz der Paradiesvögel entstehe aber nicht durch ein Farbpigment, sondern durch besonders feine Strukturen, schreiben die Forscher von der amerikanischen Universität Harvard. Sie haben sich den Aufbau der Federn mit Mikroskopen angeschaut. Das sind Geräte, die so ähnlich wie eine Lupe funktionieren. Wissenschaftler nutzen sie unter anderem dazu, sich winzig kleine Dinge anzuschauen.

Normale schwarze Federn haben feine, stabförmige Verästelungen. Die der Paradiesvögel dagegen sehen aus wie langgezogene Eichenblätter. Bei der Untersuchung, wie viel Licht die Federn reflektieren, kamen die Forscher auf nur 0,05 bis 0,31 Prozent. Der erste Wert ist fast 100-fach niedriger als bei normalen schwarzen Federn (3,2 bis 4,7 Prozent). Wozu aber brauchen die Paradiesvögel schwarze Federn? Die Biologen vermuten, dass die türkisfarbenen Flecken durch das Schwarz besser zur Geltung kommen – und dass die Männchen so mehr Aufmerksamkeit von den Weibchen bekommen können als ihre bunten Artgenossen.

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