Claudia Münkel und Stephen Perri arbeiten an der Neuausrichtung der Kindersportschule Kornwestheim Foto: Peter Meuer

Die Kindersportschule Kornwestheim steckt mitten in einer strategischen und personellen Neuausrichtung – damit hat sie mitten in der Pandemie begonnen.

Wenn Stephen Perri über das „Gewinnen von Persönlichkeitskompetenz“ spricht, dann nennt er gern handfeste Beispiele. Als sich vor einiger Zeit ein Mädchen nicht traute, vom Kasten auf die Matte zu hüpfen, half er. Erst hielt er den Arm hin zur Stütze, dann einen Finger, schließlich sprang die junge Sportlerin allein. „Da ist die Entwicklung direkt sichtbar“, sagt Perri. „Das mag ich an meiner Arbeit.“

 

Netzwerktreffen steht an

Perri ist seit einem knappen Jahr Leiter der Kornwestheimer Kindersportschule, der Kiss, bei der er schon zuvor rund zehn Jahre tätig war. Im Juni 2021, kurz bevor er die neue Position antrat, gab es eine Klausurtagung unter dem Motto „Kindersportschulen in der Vereins- und Bildungslandschaft“ – und das mitten in der Pandemie, die vieles auf den Kopf stellte. Es ist also Einiges im Wandel bei der Kiss, die ohnehin ein besonderes Konstrukt ist in ihrer Verzahnung und Kooperation von Stadt und Sportvereinen. Bei einem Netzwerktreffen mit den Kornwestheimer Sportvereinen und Kommunalpolitikern soll im Oktober über den weiteren Weg der Kiss gesprochen, Konzepte für Angebote diskutiert, ein Resümee der vergangenen Monate gezogen werden.

Eckpunkte der Strategie nennen Perri und Claudia Münkel, die Leiterin des Fachbereichs Kultur und Sport im Rathaus. So wird die Zusammenarbeit mit den Schulen intensiviert. Die Sportlehrer der Kiss stehen den Kollegen an den Grundschulen beratend zur Seite, bereiten Stunden mit vor. Auch geht es immer wieder darum, die kleineren Vereine mit ins Boot zu holen und Neues aus der Taufe zu heben (150 Kurse und Sportangebote bietet die Kiss aktuell, vor Corona waren es 130). Außerdem hat sich das Sportlehrer-Team neu aufgestellt, neben Perri leitet Carolin Rauth die Kiss stellvertretend, Steffen Kreft und Özge Sezgin sind seit rund einem Jahr mit dabei, im Oktober starten Ivan Stange und (wieder) Daniela Jahn. Nicht alle Sportlehrer sind in Vollzeit da, 4,4 Stellen sind ab Oktober besetzt, wofür die Stadt 370 000 Euro pro Jahr aufbringt. Viel Arbeit leisten auch die ehrenamtlichen Übungsleiter der Vereine, rund 80 an der Zahl.

Mitgliederzahlen stabilisieren

Ein weiteres Anliegen der Kiss: Die Mitgliederzahlen zu stabilisieren. Sie setzen sich aus Vereinsmitgliedern bis zwölf Jahren und aus direkten Anmeldungen bei der Stadt zusammen – und steigen nun wieder, wie Perri anmerkt. Im Februar 2020 besuchten noch 1440 Kinder bis zwölf Jahre die Angebote und Kurse der Kiss, Ende September 2021 waren es wegen zahlreicher Abmeldungen während der Pandemie nur noch knapp 1280. Im Juni diesen Jahres war man wieder bei immerhin 1340 Teilnehmern.