Die Arbeit des Köngener Kinderhauses Regenbogen orientiert sich eng an den veränderten Bedarf moderner Familien. Jetzt sollen auch die übrigen Einrichtungen in der Kommune mit ins Boot geholt werden.
Um den veränderten Bedarfen in der Kinderbetreuung gerecht zu werden, hatte die Gemeinde Köngen im vergangenen Jahr 34 750 Euro bereitgestellt und im kommunalen Kinderhaus Regenbogen eine auf ein Jahr befristete Koordinationsstelle „Familienzentrum“ mit einem Stellenumfang von 50 Prozent geschaffen. Jetzt kam die Maßnahme vor dem Gemeinderat auf den Prüfstand – Ergebnis: ein voller Erfolg.
Durch die neu geschaffene Stelle werden Kinder und Familien noch bedarfsorientierter, familienbezogener und ganzheitlicher in all ihren Lebenslagen wahrgenommen, begleitet und unterstützt. „Unser Haus ist zu einem richtigen Wohlfühlhaus geworden“, bestätigte die Erzieherin Christiane Lamparter, die das Projekt im Kinderhaus Regenbogen koordiniert. Ein weiteres Plus: Auch die Zufriedenheit unter den Erzieherinnen sei hoch. In Zeiten des Fachkräftemangels ein nicht zu vernachlässigendes Argument.
Eltern müssen sich nicht mehr so abhetzen
Vier Säulen machen ein Familienzentrum aus: Bildung und Betreuung, Begegnung und Mitgestaltung, Erziehungspartnerschaft sowie Beratung und Service. Das Angebot orientiert sich eng am Lebensalltag moderner Familien: Da zum Beispiel immer mehr Kinder den ganzen Tag betreut werden müssen, da beide Elternteile arbeiten, wird es zusehends schwieriger für sie, andere Angebote etwa aus dem Vereinssport oder den Besuch einer Musikschule in Anspruch zu nehmen. Hier setzt das Familienzentrum an und bündelt solche Angebote, die in den regulären Ganztagesbetrieb integriert werden. Der Vorteil für die Eltern: Sie müssen sich nicht abhetzen und ihre Sprösslinge am Nachmittag früher abholen – alle Angebote finden vor Ort im Kinderhaus Regenbogen statt. Das Angebot, das im übrigen auch externen Kindern zu Verfügung steht, wird sehr gerne angenommen, erläuterte Kinderhausleiterin Stephanie Schlau. Und auch die Eltern haben andere Bedarfe als früher – so seien etwa die Vorträge zu Erziehungsthemen oder andere Aktionen wie das Eltern Café, wo ein zwangloser Austausch möglich ist, gut besucht.
Obendrein ergibt sich durch die zusätzliche Stelle ein Plus an Zeit, in Summe 19,5 Stunden, die auch für ein persönliches Gespräch mit den Erzieherinnen genutzt werden kann. „Da gibt es einen hohen Bedarf“, so Schlau. Normalerweise sei in Kindergärten ein Elterngespräch pro Kindergartenjahr vorgesehen, doch das reiche schon lange nicht mehr: „Mit der zusätzlichen Zeit ist der Austausch mit den Eltern viel intensiver geworden.“
Die Stelle soll um ein weiteres Jahr verlängert werden
Der Köngener Gemeinderat zeigte sich sehr angetan von der Präsentation des Familienzentrums, wich aber letztlich von der Empfehlung der Verwaltung, die Befristung der zusätzlichen Stelle aufzuheben, ab. „Im Kinderhaus Regenbogen wird tolle Arbeit geleistet“, sagte Gerhard Gorzellik. Der SPD-Fraktionschef warf allerdings die Frage auf, wie die anderen Köngener Einrichtungen, die über keine zusätzliche halbe Stelle verfügen, mit dem veränderten Bedarf von Familien umgehen. „Auch andere Träger sollten von dem Plus an Zeit profitieren“, befand auch Bernd Vogel (SPD). Letztlich vereinbarte das Gremium, dass das Kinderhaus Regenbogen „seine“ halbe Stelle erneut befristet für ein Jahr und ausgestattet mit einem Budget von 40 000 Euro behält. Gleichzeitig beauftragte der Rat die Verwaltung, Vorschläge auszuarbeiten, wie das Konzept Familienzentrum auf die übrigen Köngener Einrichtungen, unabhängig vom Träger, zu übertragen sei. Die Angelegenheit wird in einem Jahr erneut auf den Prüfstand kommen.