In Denkendorf ist die Grundsteinlegung für das neue Kinderhaus „Alter Eichwald“ samt Familientreff erfolgt. Mit den Rohbauarbeiten für den Neubau beim Kinder- und Jugendzentrum wurde bereits begonnen.
Im Herbst 2024 sollen die ersten Kinder das neue Denkendorfer Kinderhaus „Alter Eichwald“ beziehen. Doch schon jetzt begutachteten Kinder des Albrecht-Bengel- und des Vogelsang-Kindergartens bei der Grundsteinlegung ihr neues Domizil und halfen Bürgermeister Ralf Barth auch dabei, die rote Box mit Zeitdokumenten in die Erde zu versenken. Darin waren nicht nur Exemplare von Eßlinger Zeitung und Gemeindeanzeiger sowie andere Dokumente, sondern auch kleine Gegenstände und Basteleien, die die Kinder aus ihren beiden Kindergärten mitgebracht hatten. Die beiden Kitas werden ins neue Kinderhaus umziehen.
Die Gemeinde investiert gut sieben Millionen Euro
Den Neubau auf dem gemeindeeigenen Grundstück zwischen Jugendhaus und dem benachbarten öffentlichen Parkplatz lässt sich die Gemeinde gut sieben Millionen Euro kosten. Es ist laut dem Bürgermeister das größte Einzelbauprojekt der vergangenen Jahre. Mit dem Bau möchte die Kommune nicht nur den Bedarf an Kita-Plätzen längerfristig sicherstellen, sondern auch einen Treff für Familien schaffen. Deshalb ist ein Familienzentrum integriert.
Das zweigeschossige Flachdach-Gebäude ist barrierefrei und wird Platz für vier Kita-Gruppen für Kinder über drei Jahre haben. Weil man im Krippenbereich gut aufgestellt sei, jedoch bei den Über-Dreijährigen Bedarf bestehe, habe man entschieden, doch keine Krippengruppe im neuen Kinderhaus vorzusehen. Stattdessen werde in der Krippe im Fruchtkasten im Klosterhof im Oktober eine zweite Gruppe eröffnet, so Barth. „Wir wollen jedem Kind weiterhin einen Betreuungsplatz anbieten“, erklärte der Bürgermeister bei der Grundsteinlegung.
Auf rund 720 Quadratmetern sollen im Kita-Neubau auf zwei Etagen vier Gruppenräume mit je etwa 45 Quadratmetern geschaffen werden, dazu jeweils vier Kleingruppen-, Sanitär- und Ruheräume, Garderoben sowie eine Küche mit Wirtschaftsraum und ein Essbereich. Für die Verwaltung sind unter anderem ein Büro und ein Elternsprechzimmer geplant. Das Familienzentrum wird im Erdgeschoss auf 144 Quadratmetern Platz finden. Neben einem Mehrzweckraum mit 80 Quadratmetern, den sowohl die Kita wie auch der Familientreff nutzen können, sind eine Küche, ein Büro, ein Wirtschaftsraum sowie WCs und Abstellräume vorgesehen. Man habe sich am Generationentreff im Limburgweg orientiert, sagte Barth. Auch dort werden Räume gemeinsam genutzt. Denn Ziel sei es auch, Begegnung zu ermöglichen.
Das Highlight der Kita sei der Außenbereich, so Barth. Mit 1300 Quadratmetern ist er großzügig bemessen und bietet viel Raum zum Spielen, Entdecken und Toben. Außerdem gibt es eine Rutsche, die außen am Gebäude vom Obergeschoss in den Garten führt. Auch für den Evangelischen Kleinkinderpflegeverein, der die Trägerschaft übernehmen wird, gehe ein Traum in Erfüllung, sagte Pfarrer Rolf Noormann. „Das Grundstück war immer unser Favorit.“ Im Familienzentrum können sich nicht nur Menschen begegnen. „Familien sollen hier auch Unterstützung finden“, so Noormann.
Das Projekt liegt im Zeit- und im Kostenplan
Das Projekt ist im Zeitplan: Bis Ende Oktober soll der Rohbau fertig sein, so dass in der kalten Jahreszeit der Innenausbau erfolgen kann. Im Herbst 2024 soll die neue Kita in Betrieb gehen. Auch finanziell hält man laut dem Bürgermeister den vorgegebenen Rahmen ein. „Ein Großteil der Arbeiten ist vergeben und wir liegen immer in oder unter der Kostenberechnung“, erklärt Barth.
Alle neun Denkendorfer Kindergärten und Krippen stehen unter kirchlicher Trägerschaft. Von neun Einrichtungen ist der Evangelische Kleinkinderpflegeverein Denkendorf Kindergartenträger. Die Katholische Kirchengemeinde ist Trägerin einer Einrichtung. Der Evangelische Kleinkinderpflegeverein Denkendorf wurde 1877 gegründet, um Kindergartenarbeit in Denkendorf zu ermöglichen. Seine jüngsten Einrichtungen sind das 2019 bezogene Kinderhaus Berkheimer Straße und die 2021 eingerichtete Krippe im Fruchtkasten, die Kinder im Alter bis drei Jahren aufnimmt.
Komplett kirchliche Trägerschaft
Auswahl
In Denkendorf gibt es insgesamt neun Kindertagesstätten. Hinzu kommen zwei reine Kinderkrippen – die Krippe im Fruchtkasten und die Gottlieb-Eppinger-Kinderkrippe. Insgesamt gibt es acht Gruppen für Kinder unter drei Jahren sowie eine altersgemischte Gruppe. Insgesamt stehen 429 Plätze (ohne Notplätze), bei Maximalbelegung insgesamt 433 Plätze für Kinder über drei Jahren zur Verfügung.
Angebot Von den neun Kindergärten in Denkendorf bieten fünf Einrichtungen eine Ganztagesbetreuung an. 85 Plätze gibt es derzeit in den Kinderkrippen im Ort, von denen drei Ganztagsgruppen haben. Als Besonderheit gilt, dass in Denkendorf alle Kindergärten und Krippen unter kirchlicher Trägerschaft stehen.