Im Ezach-Kindergarten in Leonberg kommt es immer wieder zu Ausfällen. Die Betreiber von Element-i suchen nach Lösungen.
Aus Heimsheim hat ein Vater viele lobende Worte für Stadt Leonberg parat, wenn es um die Kinderbetreuung geht. Ganz rund läuft es hier aber auch nicht seit ein paar Wochen. Hilfesuchend haben sich zuletzt Eltern vom Kindergarten Glems-Igel im Ezach an die Stadt Leonberg und den Gemeinderat gewendet. Immer wieder komme es zu Ausfällen oder verkürzten Öffnungszeiten. Die Betreiber des Kindergartens von „Element-i“ arbeiten an Lösungen.
Element-i betreibt die Kita eigenverantwortlich und wird, wie alle freien Träger, von der Stadt Leonberg lediglich bezuschusst. Die Organisation ist Teil des Trägernetzwerks Konzept-E und betreibt aktuell 46 Kinderhäuser. Seit September 2023 ist Element-i für den Ezach-Kindergarten zuständig. Im Februar kam es sogar zu ganztägigen ausfällen, wie Marcus Rehn, Bereichsleitung Elementarpädagogik/Standortentwicklung, berichtet. Der Grund sind Mitarbeitermangel und Krankheitsausfälle. „Außerdem war ein Kollege in der Theoriephase, da er in einer unseren eigenen Fachschulen gerade die Ausbildung zum Erzieher macht.“
Abstimmen via Whatsapp
Anfangs hätten sich die Eltern auf eigenen Wunsch selbst in einer Whatsapp-Gruppe abgestimmt, wenn es zu Ausfällen kam. „Heute haben wir einen anderen Prozess: Die Kinder sind festen Gruppen zugeteilt, und für die Eltern ist es nachvollziehbar und fair, welches Kind bei Krankheitsausfällen zu Hause bleibt.“ Im Falle einer Kürzung ist eine gesamte Gruppe getroffen. „Die Gruppen wechseln sich ab, sozusagen ein rotierendes System.“
Ideal ist die Situation so selbstverständlich nicht. Denn auch wenn die Betreuung zuletzt wieder in vollem Umfang da war, gibt es weiterhin erkrankte Kollegen. Die Betreiber sind jedoch „sehr optimistisch, dass wir zeitnah zu einer regelmäßigen Betreuungszeit zurückkehren können“, so Rehn. Wann genau, ist aber nicht klar. Um dem Fachkräftemangel generell entgegenzuwirken, habe man unter anderem vor Jahren eine eigene Fachschule für Erzieher gegründet. Im Moment laufen zudem mehrere Vorstellungsgespräche. „Im Ergebnis konnten wir bereits zwei erfahrene Kollegen gewinnen und haben unseren Pool mit vielversprechenden Kandidaten erweitert.“
Ansonsten keine gravierenden Ausfälle in Leonberg
Die Stadt Leonberg nehme die Kritik der Eltern sehr ernst, betont der Sprecher der Stadt, Sebastian Küster. „Dennoch haben wir nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, um auf die Hinweise der Eltern zu reagieren. Denn alle Träger entscheiden autark über ihre jeweilige pädagogische Ausrichtung, das Personal und andere einrichtungsinterne Themen.“ Nur bei grundlegenden Änderungen der Betreuung muss die Kommune miteinbezogen werden.
Immerhin: Kürzungen der Betreuungszeit wie im Ausmaß des Kindergartens Glems-Igel seien in Leonberg in anderen Einrichtungen nicht bekannt. „In städtischen Ganztagseinrichtungen, die täglich zehneinhalb Stunden betreuen, kam es lediglich in den Wintermonaten aufgrund von Krankheit zu einer eingeschränkten Verkürzung der Öffnungszeiten auf achteinhalb Stunden täglich.“