Hohe Sprünge – Taekwondo-Demonstration beim Kinder- und Jugendfestival im Oberen Schlossgarten. Mehr Eindrücke vom Festival in unserer Bildergalerie Foto: Leif Piechowski

Rund 70 000 Gäste haben sich am Samstag und Sonntag beim 12. Kinder- und Jugendfestival zwischen Eckensee, Schlossplatz und Königstraße getummelt. Ein buntes Bühnenprogramm und viele Mitmachaktionen zogen viele Familien in ihren Bann.

Rund 70 000 Gäste haben sich am Samstag und Sonntag beim 12. Kinder- und Jugendfestival zwischen Eckensee, Schlossplatz und Königstraße getummelt. Ein buntes Bühnenprogramm und viele Mitmachaktionen zogen viele Familien in ihren Bann.

Stuttgart - Für viele Vereine ist das von der City-Initiative, vom Stadtjugendring und vom Sportkreis Stuttgart veranstaltete Festival seit Jahren eine ideale Plattform der Mitgliederwerbung. „Hier kann jeder seinen Sport präsentieren. Wir können hier Kinder ansprechen, die wir sonst nicht erreichen“, sagt Karsten Pflieger von der Studentischen Seglergemeinschaft, die Kinder in einer Optimisten-Jolle über den Eckensee segeln lässt. Der Verein hat ein kleines Gelände am Max-Eyth-See, wo er Kindern die Grundlage des Segelns beibringt. Achtjährige dürfen bereits nach einer Saison den Jüngsten-Segelschein ablegen.

Segeln lässt es sich nicht nur auf dem Wasser, sondern auch in der Luft: beim Segelfliegen. Auf der Wiese beim Eckensee haben die Segelflieger des Sportflieger-Clubs Stuttgart ein Flugzeug aufgebaut. Im Cockpit lässt sich der vierjährige Salar Ibrahim, der mit seinen Eltern aus der syrischen Kurdenregion vor dem Bürgerkrieg nach Stuttgart geflohen ist, zeigen, wie man den Steuerknüppel bedient. Für einen Alleinflug müsste er allerdings noch zehn Jahre lang warten. „14 Jahre ist die Altersgrenze, um alleine fliegen zu dürfen. Wenn man circa 50 Starts absolviert hat, ist dies nach ein paar Monaten möglich“, sagt Segelflug-Routinier Jan-Hendrik Hanuschik.

Der zwölfjährige Cenker Özkan betreibt seit April 2014 im Verein Twin-Taekwondo koreanischen Kampfsport. „Der Sport erzieht auch zu Disziplin und Höflichkeit“, sagt er. Im Gegensatz zu den drahtigen ­Taekwondo-Kämpfern zeigen die Anhänger der Sportart Street-Workout pralle Muskeln. „Der Trendsport ist in New York entstanden und baut Muskulatur durch Körpereigengewicht auf“, sagt Dennis Ratano vom Stuttgarter Verein Baristi Workout. In Stuttgarts öffentlichen Anlagen gebe es noch keinen geeigneten Parcours mit Reckstangen. Deshalb wolle man mit der Stadt gemeinsam ein Konzept für eine Lösung erarbeiten.

Wer an Wintersport denkt, bringt damit nicht unbedingt Stuttgart in Verbindung. „Wir wollen das ändern“, sagt Axel Watter, Sportdirektor des Bob-Clubs Solitude, der den Kufensport auf dem Festival mit einem Wettbewerb im Bobanschieben auf Schienen präsentiert. Mit dabei ist der Bundestrainer der deutschen Bob-Nationalmannschaft, Christoph Langen. Auch er hat seine Bobkarriere mit 24 Jahren als Anschieber begonnen. Die nötige Kraft dazu hat er sich in der Leichtathletik geholt. „Ich war bis zu meinem Wechsel in den Bob-Sport Zehnkämpfer“, erzählt er.

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