Eine Giraffe führt die Kinderradtour an. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

An die hundert Buben und Mädchen sind bei der großen Radtour unter dem Motto „Platz da für die nächste Generation!“ am Sonntag durch die Stadt gefahren. Die Botschaft war klar, aber auch der Spaß kam nicht zu kurz.

Stuttgart - „Kommt, wir wollen Fahrrad fahren durch die ganze Stadt“, singt Max Raabe, der selbst regelmäßig lässig-elegant durch Berlin kurvt, Fahrradklingeln schrillen als Signal zum Aufbruch. Los geht’s im dichten Zweiradpulk die Johannesstraße hinein und weiter in die City bis zum Leonhardsplatz: Jetzt gehören die Straßen der Innenstadt den Kindern, begleitet von Eltern und eskortiert von der Polizei auf Fahr- und Motorrädern.

 

Der jüngste Teilnehmer ist zweieinhalb Jahre alt

„Platz da für die nächste Generation!“, fordern Radentscheid, Zweirat und ADFC Stuttgart, die am Sonntagnachmittag zur Kinderradtour Kidical Mass geladen haben. Klingt ein bisschen kommandomäßig. „Ist aber nett gemeint“, versichert Joachim Schleicher, einer der Organisatoren, „vor allem, wenn „Platz da, da kommt sie schon, die nächste Generation“ als Liedtext und gewissermaßen vertontes Programm von Kindern gesungen wird.

Mina Loan Bui, gerade zweieinhalb, ist wohl die Jüngste unter etwa hundert Buben und Mädchen am Start vor der Johanneskirche. Sie darf mit Cousine Anna Lin, drei Jahre alt, noch in Papas Anhänger mitfahren. Aber Schwester Lia Mai und Cousin Noah, beide fünf, können es kaum erwarten, in die Pedale zu treten. „Vor allem freuen sie sich, durch den Planietunnel fahren zu dürfen“, verrät Papa Duc Thi Bui. „Wunderbar, endlich ungefährdet und sogar mitten auf der Straße mit den Kindern durch die Stadt zu fahren“.

Seit Corona erlebt das Fahrradfahren einen regelrechten Boom, und der Begriff Kidical Mass – analog zu den Erwachsenenausfahrten unter dem Motto „Critical Mass“ (kritische Masse) – solle zeigen: „Wir sind viele“. Aber jetzt heißt es: Bahn frei für radelnde Kinder.