Trainer Alfred Kaminski ist vorsichtig optimistisch. Foto: Baumann

Alles auf Null: der Absteiger Stuttgarter Kickers startet in der Regionalliga mit einem komplett neuen Kader, nur Alessandro Abruscia ist geblieben. Am Freitag (19.30 Uhr) geht’s los – und das gleich mit dem Knüller gegen Meister SV Waldhof.

Stuttgart - Gemeinsam – nach oben, so lautet das Motto der Stuttgarter Kickers, nachdem der Verein vergangene Saison nach unten musste in die Regionalliga. Dort geht’s am Freitag (19.30 Uhr) los, und zwar mit dem Knüller gegen Meister Waldhof Mannheim. Ein Überblick:

Saisonziel „Wir wollen oben mitspielen“, hält sich der neue Trainer Alfred Kaminski mit seinem Ziel noch etwas zurück, um zu konkretisieren: „Das heißt für mich: unter den ersten fünf.“ Das ist gut, aber nicht gut genug für den Aufstieg. Deshalb legt der Präsident Rainer Lorz noch einen drauf: „Natürlich ist es dann auch das Ziel, einen Relegationsrang zu erreichen.“ Das würde bedeuten, Platz eins oder zwei, wobei dann eben noch zwei Entscheidungsspiele gegen einen anderen Regionalligameister warten. Nicht nur deshalb gilt: Aufstieg offen.

Etat Nach dem Abstieg muss gespart werden – auch beim Kader. Nachdem das Budget in der dritten Liga für die erste Mannschaft noch gut drei Millionen Euro betrug. liegt es jetzt bei knapp 1,5 Millionen. Dazu beitragen sollen ein Zuschauerschnitt von 3000 bis 3500 und natürlich Sponsoren, bei denen es am Mittwoch sogar schon einen Aufsteiger zu vermelden gab: Die Hahn Gruppe wird vom Club- zum Premium-Partner (und das mindestens bis 2018). Überhaupt: auf die Werbepartner ist Verlass. 85 Prozent hielten die Traue. „Das ist ein tolles Ergebnis“, sagt Lorz, auch wenn der eine oder andere Sponsor sein finanzielles Engagement reduziert hat.

Drei Spieler sollen noch kommen

Kader Aktuell besteht die Mannschaft – mit einem Durchschnittsalter von 23,7 Jahren – aus 18 Mann plus zwei Perspektivspielern (Felix Metzler und Robin Faber). Das ist nicht viel. Es fehlt aber nicht nur an Quantität. „Wir brauchen noch drei Spieler, die uns in der Breite qualitativ verbessern, um unser Saisonziel zu erreichen“, betont Kaminski. Für die Innenverteidigung, das Mittelfeld und den Angriff, nach dem Shqipon Bektashi (Probleme mit dem Gefäßmuskel) auf unbestimmte Zeit ausfällt. Doch leider sind zuletzt zwei Wunschspieler ausgefallen oder abgesprungen, so dass es bis zum Saisonstart mit Verstärkungen nichts mehr wird. „Dennoch haben wir Vertrauen in die Mannschaft“, sagt Kaminski.

Trainer Alfred Kaminski hat vor einem Jahr die U-23-Mannschaft der Oberliga übernommen und das Nachwuchsleistungszentrum geleitet. „Er ist ein Offensiv-fanatiker“, sagt Zeyer über den 52-Jährigen, der das bestätigt. „Ich bin geprägt von meiner Zeit bei Werder Bremen“ – als er unter Thomas Schaaf ein Praktikum absolviert hat. Motto: „Lieber ein 4:3 als ein 1:0“. Bei der zweiten Mannschaft hat er es geschafft, in relativ kurzer Zeit eine Mannschaft zu formen und zu führen. Das soll jetzt auch weiter oben gelingen, obwohl bis auf Alessandro Abruscia kein Spieler geblieben ist. Wobei Kaminski konsequent seinen Weg geht. „Er ist ein Mann mit Ecken und kanten“, sagt Rainer Lorz.

Präsident hofft auf knapp 5000 Fans

Liga Die Regionalliga ist zwar kein komplettes Neuland für die Kickers (bis 2012 haben sie dort drei Jahre gespielt), dennoch sind die Mannschaften inzwischen noch enger zusammen gerückt. Wobei es für die Kickers gleich knüppeldick kommt. Erst Waldhof, dann Elversberg, die beiden besten Teams des Vorjahres. „Das ist eine Standortbestimmung“, sagt Lorz.

Auftakt Der Saisonstart steigt am Freitag in der „Baustelle“ Gazi-Stadion. Nachdem die Gegengerade aus baulichen Mängeln vorerst nicht mehr nutzbar ist, beträgt das Fassungsvermögen nur noch etwa 6600 Plätze. Dennoch erhofft sich Kaminski eine gute Atmosphäre. Dafür ist auch seine Mannschaft gefordert. „Sie wird ihre Begeisterung in die Waagschale werfen“, sagt der Trainer, der nicht unglücklich darüber scheint, gleich gegen den Meister antreten zu müssen. „Dann ist die Favoritenfrage zumindest geklärt.“ Auch deshalb, weil Waldhof einen doppelt so hohen Etat hätte. „Aber wir haben durchaus eine Mannschaft, die Walhof schlagen kann“, sagt Zeyer. Die Fans sollen dabei helfen. Getreu dem Motto: Gemeinsam – nach oben. Wie sagt Lorz „4500 bis 5000 Zuschauer wären eine schöne Zahl.“

Drei Punkte aber auch.

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