Einstand nach Maß für Jonas Meiser: Er kam – und traf zum 4:1. Foto: Baumann

Die Stuttgarter Kickers gewinnen in der Regionalliga gegen Astoria Walldorf drei Punkte – und der Interimstrainer Paco Vaz sammelt Pluspunkte.

Stuttgart - Der Wettergott hatte ein Einsehen mit den Stuttgarter Kickers, so dass es am Samstag ausgerechnet während des Regionalligaspiels gegen Astoria Walldorf weitestgehend trocken für die Fans auf der Gegengeraden ohne Dach blieb. Doch auch die Spieler standen nicht wie begossene Pudel da. Das 4:1 (3:0) gegen vor allem in der ersten Hälfte erschreckend schwachen Gäste war der erste Heimsieg unter Paco Vaz, so dass sich Präsident Rainer Lorz zumindest noch zur Aussage hinreißen ließ: „Das waren drei Punkte für den Trainer.“ Aber natürlich auch im Kampf gegen den Abstieg.

Dieses Erfolgserlebnis ließ sich ganz gut an zwei Spielern festmachen: dem Dienstältesten im Kickers-Dress, Sandro Abruscia, und dem Debütanten, Jonas Meiser, dem auf Anhieb ein sehenwerter Treffer gelang.

Sandro Abruscia An wohl keinem Spieler lässt sich die Leistungssteigerung der vergangenen Wochen so gut festmachen wie an Sandro Abruscia. Der 27-Jährige macht das – auch – am Trainer fest: „Er gibt mir Selbstvertrauen“ – das er unter dem Vorgänger Tomasz Kaczmarek etwas vermisste, weil der ihm vor der Saison vom Kapitänsamt entbunden hat, was nicht gerade einem Vertrausensbeweis gleichkommt. Außerdem blüht er in der offensiven Position hinter der oder den Spitzen förmlich auf, da kommt sein Spielverständnis und seine Torgefahr (sechs Treffer) zum Zuge. Da sei dann auch verziehen, dass er am Samstag noch mit einem zweiten Elfmeter scheiterte. „Nach vorne sind wir ja schon immer für ein Tor gut gewesen“, sagt Abruscia, „aber jetzt sind wir eben auch defensiv stabiler.“ Warum? „Vielleicht trainieren wir das intensiver“, meinte Abruscia. „Er ist unser Dreh und Angelpunkt“, lobte Trainer Paco Vaz, bei dem Abruscia als gesetzt gilt.

Die Entdeckung des Tages

Jonas Meiser So weit ist Jonas Meiser noch nicht. Der wurde in der 57. Minute für Jesse Weißenfels eingewechselt wurde. Als hängende Spitze in diesem Fall, obwohl der 18-Jährige eigentlich auch als Spielmacher fungiert. Auch so setzte er nach vorne gleich einige Akzente, die er mit dem sehenswerten Treffer zum 4:1 krönte, nachdem die Mannschaft zuvor einen kleinen Durchhänger hatte. „Da waren wir nicht griffig genug“, meinte Vaz. Der hatte Meiser schon seit der U 17 bei den Blauen im Auge und zuletzt vergangenes Wochenende, als der Abiturient bei den A-Junioren beide Treffer zum 2:0 gegen Waldhof machte. Danach lud Vaz den Jungen ins Training der Profis ein. Am Freitag stand sein Name dann auf der Tafel mit den Spielern für den 18-Mann-Kader. „In der Regionalliga geht es härter und schneller zu“, hat Meiser festgestellt. Vaz betonte: „Wenn ich ihm die Leistung nicht zugetraut hätte, wäre er nicht im Kader gewesen.“

Lob gab’s deshalb auch vom Sportdirektor. „Hut ab, das war mutig“, sagte Martin Braun. Und es zeigt, dass bei den Kickers noch Potenzial schlummert und auch für ihn die Arbeit nicht ausgehen wird. Stichwort: Vertragsverlängerungen. Als erstes mit Noch-Interimstrainer Vaz, der sagt: Wir sind auf einem guten Weg.“ Sportlich, meint er.

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