Das gemeinsame Schulprojekt von Darmsheim und Dagersheim auf dem Rappenbaumareal ist geplatzt. Sindelfingen plant nun eine eigene Grundschule mit Sporthalle und Schwimmbecken. Ein Standort rückt dabei besonders in den Fokus.
Die über Jahre verfolgten Pläne der Städte Sindelfingen und Böblingen, einen gemeinsamen Schulneubau auf dem Rappenbaum-Areal zwischen Darmsheim und Dagersheim zu errichten, sind geplatzt. Zuvor hatte die Böblinger Stadtverwaltung in Absprache mit dem Dagersheimer Ortschaftsrat die favorisierte Zweckverbandslösung abgelehnt. Zwar habe Dagersheim einen Neubau durchaus inhaltlich mittragen wollen, eine finanzielle oder bauliche Beteiligung beziehungsweise eine gemeinsame Schulträgerschaft über den Zweckverband dagegen nicht.
Wie die Stadtverwaltung in Sindelfingen am Mittwochvormittag in einer Pressekonferenz mitteilt, plane man nun den Bau eines „Schul- und Sportcampus Darmsheim“ auf Darmsheimer Gemarkung. Zu der dreizügigen Grundschule sollen eine Dreifeld-Sporthalle und ein Lehrschwimmbecken neugebaut werden. „Mit einer dreizügigen Grundschule, einer Dreifeld-Sporthalle und einem Lehrschwimmbecken schaffen wir ein attraktives Bildungs- und Sportangebot, das auch Darmsheim als Standort stärkt“, sagt der Oberbürgermeister Bernd Vöhringer.
Ein Standort wird bereits favorisiert
Für das Schulneubauvorhaben hat die Stadtverwaltung insgesamt drei mögliche Standorte in dem Stadtteil identifiziert. Aufgrund der Brutto-Flächenverfügbarkeit kommt ein Bereich südlich des Gewerbegebiets Bühl in Frage. Dort könnten auf einer Baufläche von rund 12 000 Quadratmetern sowohl die Grundschule mit seinen circa 2350 und die neue Sporthalle mit 1850 Quadratmetern entstehen. Als zweite Option bringt die Verwaltung den Bereich am Wertstoffhof und angrenzende Flächen ins Spiel. Hier könnte aufgrund der geringeren Flächenverfügbarkeit nur der Schulbau Platz finden. Sport- und Schwimmhalle hätten am Wertstoffhof keinen Platz. Als drittes wäre laut den Plänen der Stadtverwaltung auch der aktuelle Standort am Birkleweg denkbar. Präferiert werde aktuell der Vorschlag Bühl.
Welche Kosten für den Neubau der derzeitigen Rappenbaum-Grundschule auf Sindelfingen zukommt, lasse sich nach Einschätzung der Rathausspitze noch nicht absehen. Am Mittwochabend wird der Vorschlag des neuzubauenden Schul- und Sportcampus im Sindelfinger Gemeinderat eingebracht. Der gebildete Zweckverband hat nach der Böblinger Ablehnung des gemeinsamen Schulprojekts keine Zukunft mehr. Deshalb fordert der Erste Bürgermeister Sindelfingens, Christian Gangl, die Auflösung: „Der Zweck des Verbandes ist es, eine gemeinsame Schule zu betreiben, die es auf absehbare Zeit jedoch offenbar nicht geben wird.“