Olga und Sophie (rechts) hatten beim Kinderwagenrennen sichtlich Spaß. Foto: Gottfried Stoppel

Die katholische Seelsorgeeinheit Weinstadt, Kernen und Remshalden organisiert erstmals ein Kinderwagenrennen. Mit Aktionen wie diesen soll der Nachwuchs der Kirchen enger zusammenrücken.

Remshalden - Ihren „Kinderwagen“ für das Rennen in Remshalden haben Sophie und Olga erst am Abend zuvor in Windeseile „zusammengebaut“. Die Papiermülltonne der Herz-Jesu-Kirche in Kernen-Rommelshausen musste herhalten, sie wurde kurzerhand mit einer – immerhin selbstbemalten – Tapete verkleidet. „Wir hatten nicht so viel Zeit“, entschuldigt sich die 23-jährige Sophie, „ich bin erst am Freitagabend vom Studieren in Freiburg nach Hause gekommen“.

Rennen vor der Sankt-Michael-Kirche

Am Samstagnachmittag hat sich die angehende Grundschullehrerin dann im Hexenkostüm mit Prinzessin Olga, die im bürgerlichen Leben an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg studiert, den Herausforderungen in Remshalden-Grunbach gestellt. Dort haben die Oberministranten der katholischen Seelsorgeeinheit Weinstadt, Kernen, Remshalden unter der Leitung des Gemeindereferenten Frank Schien erstmals ein faschingsinspiriertes Kinderwagenrennen veranstaltet. Ausgeschrieben war ein vierrädriges Gefährt, das von einer Person besetzt und einer zweiten geschoben werden sollte. Sechs Teams hatten sich gemeldet und im Bereich der Sankt-Michael-Kirche in Grunbach, wo die Aktion mit Geschicklichkeitsspielen und einem abschließenden Rennen stattfand, einen Riesenspaß.

Die Idee zu dem Kinderwagenrennen hatte Frank Schien aus seiner oberschwäbischen Heimat mitgebracht. Das Ziel sei, die Ministranten der räumlich weit gefassten Kircheneinheit näher zusammenzubringen. Zwar sind die vier Kirchengemeinden mit ihren insgesamt acht Gotteshäusern rechtlich selbstständige Einheiten, ihnen allen ist aber nur ein einziger Pfarrer zugeteilt, seit Ende vergangenen Jahres heißt dieser Robert Lukaschek. Dennoch würden jedes Wochenende in jeder Kirche Gottesdienste stattfinden, betont Frank Schien. Drei halte der Pfarrer, drei sein Pfarrvikar und zwei würden durch sogenannte Wortgottesfeierleiter realisiert. Rund 13 000 Katholiken könnten so bestenfalls im vorderen Remstal erreicht werden.

Konkurrenten helfen sich aus

Die Ministranten haben am Samstag nicht nur bewiesen, dass man gemeinsam viel Spaß haben kann, sondern die seelsorgerische Einheit ganz praktisch umgesetzt. Weil das Gefährt von Olga und Sophie wegen seiner nur zwei Räder nicht ganz den Ausschreibungsvoraussetzungen entsprochen hatte, wurde der Makel von einem Konkurrenzteam kurzerhand mit einem Bobbycar-Anhänger geheilt.

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