Mit voller Wucht:Kleiner Fiat rammt Transporter und Wohnmobil (links). Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Ein spektakulärer Unfall, ein Schwerverletzter und eine nächtliche Fahndung mit Streifenwagen und Hubschrauber: Der Freitagmorgen hat im Stuttgarter Neckartal im Hafengebiet aufregend begonnen.

Stuttgart - In der Straße Heiligenwiesen kann ein Autofahrer wenig falsch machen: Die Strecke entlang von Industriebauten im Gewerbegebiet in Wangen ist kerzengerade und übersichtlich, und morgens gegen drei gibt es auch wenig Lieferverkehr. Doch genau dort hat es einen spektakulären Unfall gegeben – ein kleiner Fiat 500 hat einen Transporter und ein Wohnmobil demoliert. Der Fahrer erlitt schwere Verletzungen.

Polizei und Rettungskräfte fanden am Freitag um 3.10 Uhr in den Trümmern einen schwer verletzten 24-Jährigen in dem Kleinwagen – und lösten eine größere Fahndung aus. Während der Rettungsarbeiten ergaben sich nämlich Hinweise, dass der 24-Jährige nicht allein gewesen sein könnte – und dass weitere Insassen verletzt geflüchtet wären. „Fünf weitere Streifenwagenbesatzungen fahndeten im Hafengebiet, auch ein Polizeihubschrauber ging in die Luft“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann.

Ähnlicher Unfall ganz in der Nähe

Bereits vor wenigen Tagen hatte es in der Nähe, in der Straße Am Ostkai in Hedelfingen, einen ähnlichen, wenn auch nicht so gravierenden Unfall gegeben, bei dem der Verursacher geflüchtet war. Am 21. November, ebenfalls gegen 3 Uhr, waren ein geparkter VW und ein Audi gerammt worden. Dabei entstand ein Schaden von 40 000 Euro. Der Verursacher musste mit einem schwarzen Opel Adam unterwegs gewesen sein. Er verschwand zunächst spurlos.

Die Fahndung nach weiteren Verletzten im aktuellen Fall ergab keine weiteren Befunde. Der Polizeihubschrauber drehte um 4.30 Uhr wieder aus dem Neckartal ab. Für die Ermittler der Verkehrspolizei steht inzwischen fest, dass der 24-Jährige Fiat-Fahrer alleine und offenbar nicht angegurtet in seinem Fahrzeug saß. Auch bei der Unfallursache dürfte nicht lange Rätselraten herrschen: Wegen des dringenden Verdachts einer hohen Alkoholisierung wird nun auch eine Blutprobe des Schwerverletzten untersucht. Sein Führerschein wurde sichergestellt. Die Schwere der Schäden zeigt, dass der junge Fiat-Fahrer, mit extrem hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein muss.

Gerammt und geflüchtet – eine November-Serie

Der 24-Jährige ist damit nicht allein. In der Region häufen sich derzeit die Unfälle, bei denen Autofahrer geparkte Autos übersehen und rammen. In Gingen (Kreis Göppingen) rammte vor zwei Wochen ein 24-jähriger Mini-Fahrer einen geparkten Ford. Der Fahrer flüchtete, ließ seine zwei Begleiter leicht verletzt zurück. Eine Polizeifahndung mit Hubschrauber verlief in der Nacht erfolglos. Am nächsten Morgen fand man ihn in seiner Wohnung. In Nürtingen (Kreis Esslingen) rammte eine 61-jährige Toyota-Fahrerin einen geparkten Ford und flüchtete. Bei der Fahndung wurde die Frau gefunden – sie hatte mehr als 2,5 Promille. Weitere Unfälle gab es in Vaihingen/Enz, Kornwestheim, Winnenden und Gerlingen – in nahezu allen Fällen waren die Fahrer alkoholisiert.

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