Für sechs Millionen Euro wird der Regenwasserkanal erneuert. Foto:  

Die Bauarbeiten sind in den Endzügen: Die Regenwasserkanäle in der Augsburger Straße müssen wegen den Bauarbeiten für Stuttgart 21 ersetzt werden. Die Kosten belaufen sich auf sechs Millionen Euro.

Obertürkheim - Für Stuttgart 21 wird auf Höhe des Nanz- und des einstigen Egistuck-Areals ein Trogbauwerk benötigt. Vom künftigen Hauptbahnhof aus sollen die Züge dort an die Oberfläche kommen. Aber: In dem Bereich verlaufen auch fünf Regenwasserkanäle. Nach Niederschlägen leiden sie die Wassermassen von den Weinbergen und dem Bereich Mirabellenstraße unter den Gleisen hindurch in Richtung Neckarersatzbach/Uhlbach. Drei der Kanäle sind vom Bau für das Trogbauwerk betroffen. Für sie muss Ersatz geschaffen werden. Denn in dem Bereich, in dem sie jetzt noch verlaufen, soll von kommenden Jahr an die Ein- und Ausfahrtsrampe zum Stuttgart-21-Tunnel gebaut werden.

Auf dem Grundstück an der Ecke Augsburger Straße/ Imweg, dem künftigen Rettungsplatz, wurde deswegen im vergangenen Jahr bereits ein Schachtbauwerk errichtet. Ende Oktober wurde dann mit den Bauarbeiten in der Augsburger Straße begonnen. Als erster Schritt wurde die bisherige Verkehrsinsel an der Bushaltestelle Ebniseestraße entfernt. Die Haltestelle für die Busse, die zum Bahnhof Obertürkheim fahren, wurde um einige Meter in Richtung Imweg verlegt. Der bei Fahrgästen als ampelgeregelter Überweg beliebte und für Fahrzeuge als Parkplätze genutzte Streifen fehlt. Die Kanalbauarbeiter benötigen die Fahrbahn als Ausweichfläche. An der Ecke Augsburger Straße/Im Dinkelacker wurde im Frühjahr eine Baugrube eingerichtet, die die Straße erheblich verschmälerte. Die Fahrbahn in Richtung Untertürkheim musste deswegen verschwenkt werden.

Keine offene Bauweise

Die Regenwasserkanäle in der Augsburger Straße verlaufen auf der Weinbergseite am Fahrbahnrand. Ursprünglich sollten sie in offener Bauweise erneuert werden. Doch der beauftragten Firma gelang es, das Verfahren zu optimieren. Statt die Straße auf der gesamten Länge aufgraben zu müssen, hat sich das Unternehmen nun entschieden, die Leitungen im sogenannten Rohrvortriebsverfahren zu modernisieren. Dazu mussten es punktuell nur vier kurze Start- und Zielgruben ausheben. Beginnend von der Startbaugrube an der Ecke Im Dinkelacker/Augsburger Straße wurden und werden die Kanäle dann unter Tage – in geschlossener Weise – erneuert. Ein Vorteil dieses Verfahrens: Der Autoverkehr kann während den Bauarbeiten ohne größere Behinderungen fließen. Die Fahrbahn wird nur stückweise eingeengt und die Zufahrten zu den Nebenstraßen mussten nur kurze Zeit gesperrt werden.

Anwalt eingeschaltet

Die Kosten für die gesamte Kanalerneuerung entlang der Augsburger Straße sowie für die neu herzustellende Unterquerung der bestehenden Bahngleise, die ebenfalls in geschlossener Bauweise erfolgen soll, werden auf etwa 5,8 Millionen Euro geschätzt, die von der Landeshauptstadt komplett zu entrichten sind. Um die Finanzierung zu klären, hat die Stadt die Stellungnahme eines Anwalts eingeholt. Das Ergebnis ist eindeutig. „Nach ausführlicher Prüfung ist festzuhalten, dass die Landeshauptstadt alle Aufwendungen für die Beseitigung der bestehenden Anlagen zu tragen hat, und dass kein Anspruch auf eine Kostenbeteiligung der Deutschen Bahn bei entsprechenden Ersatzanlagen besteht“, heißt es in der von Technikbürgermeister Dirk Thürnau unterzeichneten Vorlage an die Gemeinderäte. Inklusive eines Zuschusses von vier Prozent für Unvorhergesehenes gaben die Stadträte deswegen Mittel in Höhe von sechs Millionen Euro frei. Die Kanalbauarbeiten in der Augsburger Straße sollen in den kommenden Wochen beendet sein.

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