Noch ist die künftige Fahrradstraße zwischen Waldeck und Vogelrain von Baustellen geprägt Foto: Alexandra Kratz

Die Umbauarbeiten für die separate Fahrradstraße zwischen Waldeck und Vogelrain waren aufwendiger als gedacht. Bis die gesamte Strecke befahrbar ist, dauert es noch einige Wochen.

S-Süd - Klaus Haag ist verärgert. Es scheint, als wäre zumindest der nördliche Teil des neuen Radwegs zwischen Waldeck und Vogelrain längst fertiggestellt. Und dennoch würden „massive Barrieren“ verhindern, dass die Pedaleure die neue Spur in Besitz nehmen, schreibt der Kaltentaler in einer Mail an unsere Zeitung. „Was ist hierfür der Grund?“, will er wissen, und ergänzt etwas süffisant: „War den Anwohnern der Fahrradlärm zu laut? Fehlt ein medienwirksamer Eröffnungstermin mit Anwesenheit entsprechender Prominenz? Erschöpft sich der Sinn der Maßnahme darin, dass man dem Autoverkehr eine Fahrspur abgezwackt hat? Oder ist mangelnder Brandschutz die Ursache?“

Jürgen Mutz, Leiter der Bauabteilung Mitte/Nord beim Tiefbauamt, kann die Verärgerung verstehen. „Es ist Radfahrsaison, und die Menschen wollen den neuen Radweg nun endlich nutzen“, sagt er. Doch dieser sei noch längst nicht fertig. Lediglich der nördliche Teil parallel zum Nesenbachweg sei angelegt. Das Tiefbauamt hatte diesen auch schon mal für kurze Zeit freigegeben. „Aber es gab heftige Beschwerden“, sagt Mutz. Denn den Pedaleuren war nicht klar, wie sie am Ende des neuen Radwegs, kurz vor Heslach, wieder auf den alten Radweg zurückkommen sollten, ohne einen Unfall zu riskieren. „Auch wir haben gesehen, dass die Situation alles andere als optimal war“, sagt der Leiter der Bauabteilung.

Südlicher Teil der Strecke bleibt länger Baustelle

Also sind die Fachleute noch einmal in sich gegangen und haben überlegt, wie der Anschluss des neuen Radwegs an die Bestandstrasse am besten gestaltet werden könnte. Nun soll es eine übersichtliche Markierung mit einer Mitteltrennung und Pfeilen geben, so dass sich die Pedaleure frühzeitig einordnen und niemand in den Gegenverkehr fährt. Mutz geht davon aus, dass die entsprechenden Linien bis Ende der laufenden Woche aufgepinselt sind.

Doch der südliche Teil zwischen der Christian-Belser-Straße und dem Kellerbrunnenweg wird dann noch immer nicht fertig sein. Denn erst Anfang der Woche sind die Bagger wieder angerollt. „Wir hatten Probleme mit der Signalanlage. Diese waren der Grund dafür, dass der Bau des Radwegs in diesem Abschnitt erst jetzt in Angriff genommen werden konnten“, sagt der Leiter der Bauabteilung. Er hofft, dass die Arbeiten in den kommenden drei Wochen abgeschlossen werden können. Ob der neue Radweg dann genutzt wird, bleibt abzuwarten. Margit Pflüger geht davon aus, dass die Radfahrer auch künftig „am Waldeck sofort rechts abbiegen und auf den 30 Meter entfernten Weg ausweichen“, wie sie in einer Mail schreibt. Die Gründe dafür liegen für die Kaltentalerin auf der Hand: „Dort ist es schattig und es herrscht bessere Luft, so dass man nicht den Abgasen der an den Radfahrern vorbeifahrenden Auto ausgesetzt ist.“

Der neue Radweg ist Teil der sogenannten Hauptradroute eins von Vaihingen nach Fellbach, die in diesem Jahr fertiggestellt werden soll. Der Bau der separaten, mit einem Bordstein abgetrennten Spur für die Pedaleure war auch innerhalb des Gemeinderats nicht unumstritten. Für manch einen sind die 450 000 Euro teuren Baumaßnahmen für den Radweg reine Geldverschwendung.

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