Der Waiblinger Gabriel Brommer ist erst 16 Jahre alt und hat trotzdem schon eine eigene Medienagentur, die ziemlich gut läuft. Zur Schule geht er quasi nur noch nebenbei.
Es war dieser eine Moment, der für Gabriel Brommer alles veränderte. Der Moment, in dem er sich die Kamera seines Vaters schnappte und anfing, darauf Bilder zu bearbeiten. Prompt war seine Leidenschaft geweckt. „Wir, also mein Bruder und ich, waren damals schon auf Instagram unterwegs und wollten unsere Bilder und Videos bearbeiten und richtig cool machen. Und wenn wir was machen, dann richtig und mit viel Ausdauer“, sagt Gabriel Brommer, für den die Leidenschaft mittlerweile zum Geschäft geworden ist.
In seiner Medienagentur visualisiert Gabriel Brommer Kundenwünsche
Das war vor circa vier Jahren. Seitdem ist viel passiert im Leben des Schülers aus Waiblingen-Beinstein – sehr viel sogar: Der gerade mal 16-jährige Gabriel Brommer ist mittlerweile Jungunternehmer und führt eine eigene Medienagentur. „Sie haben eine Idee, wir setzen sie um!“, heißt es auf der Unternehmens-Homepage im Internet selbstbewusst. Doch wie kann es überhaupt sein, dass ein 16-Jähriger ein eigenes Unternehmen führt? Schließlich ist man in Deutschland eigentlich erst mit 18 voll geschäftsfähig.
Im Fall von Gabriel Brommer hat in Sachen Geschäftsfähigkeit ein Gericht nachgeholfen. Durch einen Beschluss des Familiengerichts wurde er im Sommer in gewerblichen Fragen für voll geschäftsfähig erklärt. „Dafür hatte ich ein Gespräch mit einer Psychologin, die mir eine überdurchschnittliche Reife attestieren musste“, sagt Gabriel. Seine Eltern seien erst mal skeptisch gewesen.
Die Idee hinter seinem Unternehmen: Die Kunden haben eine Idee und Gabriel Brommer setzt sie kreativ um. Der 16-Jährige aus Waiblingen-Beinstein fotografiert Produkte, Geschäfte, Restaurants und Veranstaltungen, dreht Imagefilme, gestaltet Internetseiten und kümmert sich um die Social-Media-Präsenz seiner Auftraggeber. „Meine Kunden kriegen alles aus einer Hand, das macht wahrscheinlich den Erfolg aus. Ich bin ein Multimedia-Paket und biete einen Rundumschlag“, erklärt Gabriel Brommer, der seinen ersten richtigen Auftrag mit 14 Jahren hatte.
Der 16-Jährige will die Bodenhaftung nicht verlieren
Spricht man mit ihm, merkt man schnell, dass er hoch hinaus möchte. Die Bodenhaftung will er dabei aber nicht verlieren. „Ich freue mich, dass ich anderen in meinem Alter voraus bin. Aber ich bin trotzdem auch ein ganz normaler 16-Jähriger, der mal feiern geht und nicht nur arbeiten will“, sagt Gabriel Brommer und nimmt in seinem jugendlichen Alter schon den Ausdruck „Work-Life-Balance“ in den Mund. Diese – also die gesunde Mischung zwischen Arbeit und Leben – habe er bei allem immer im Blick, sagt der Jungunternehmer, der in Stuttgart-Untertürkheim aufgewachsen ist.
Mit zwölf Jahren ist er mit seiner Familie – einem Zwillingsbruder und einem größeren Bruder – nach Waiblingen gezogen. Dieses Jahr hat er seinen Realschulabschluss an der Salier-Realschule in Waiblingen gemacht. Dann fing er mit dem Berufskolleg, Fachbereich Foto-Medien-Technik, an. „Ich werde zwar höchstwahrscheinlich so bald wie möglich komplett selbstständig meine Agentur führen, aber das Fachabitur schadet ja nichts, und das Berufskolleg ist jetzt einfach meine Brücke bis zur Volljährigkeit.“
Wenn Gabriel Brommer Kundenaufträge bearbeitet, dann gibt es für ihn kein Halten mehr, bis die Idee perfekt umgesetzt ist. Dabei gilt bei dem ehrgeizigen jungen Mann stets das Motto „Learning by doing“. „Ich schaue mir Lernvideos auf Youtube an und probiere einfach so lange aus, bis es klappt.“ Teils betreut er ganze Websites, beispielsweise von Restaurants. Ein wichtiges Standbein, sagt Brommer, sei auch der Gamingbereich und E-Sport – also der professionelle Wettkampf, zum Beispiel in der virtuellen Bundesliga in Computer- und Videospielen.
Gabriel Brommer hat einen festen Kundenstamm von mehr als 60 Kunden
Seinen ersten Auftrag bekam er von der Fellbacher Gaming Bar „CLUTCH23“. Er ging auf die Betreiber zu und konnte sie von sich und seiner Arbeit überzeugen. Nach diesem Auftrag folgten kurzerhand weitere Projekte anderer Firmen, an welchen er sich beteiligte. So erreichte Gabriel Brommer einen festen Stamm von mehr als 60 Kunden und arbeitete in seinen jungen Jahren bereits an mehr als 130 Projekten.
Auch langjährige Partnerschaften habe er festigen können. „Ein Name, den ich dabei einfach immer nennen muss, ist Mike Copertino, der mich in die Gastro- und Fifa-Gaming-Szene eingeführt und mir mega geholfen hat“, sagt Gabriel Brommer. Copertino gilt als Größe in der E-Sport-Szene und ist unter anderem als Talentscout bei virtuellen Wettkämpfen dabei. Und, fügt Gabriel Brommer hinzu, auch die „eSport Manufaktur“ arbeite schon länger mit ihm zusammen. Er sagt: „Ich kann eigentlich schon ganz gut leben von meinen Einnahmen mit der Medienagentur. Weil ich aber noch daheim wohne, investiere ich das Geld in mich und in meine Ausstattung. Das ist einfach mein Leben. Ich habe das Gefühl, das ist genau das richtige für mich.“