Nicola Wulf kann bei gutem Wetter im selbst gebauten Parcours im Garten trainieren. Foto: (Werner Kuhnle)

Nicola Wulf aus Steinheim an der Murr darf erstmals bei „Ninja Warrior Germany“ teilnehmen. Und die 16-Jährige hat sogar gute Chancen auf den Sieg.

Schon mit 13 Jahren hat Nicola Wulf davon geträumt, bei der TV-Show „Ninja Warrior Germany“ mitzumischen. Angesichts ihres immensen Talents hätte sie vielleicht sogar eine gute Platzierung erreichen können. Doch die Steinheimerin war zu jung, um den Wettkampf mit der erwachsenen Konkurrenz aufnehmen zu dürfen. Nun hat sie die magische Grenze von 16 Jahren überschritten – und prompt das Okay für die Teilnahme erhalten. Im April wird sie zur Aufzeichnung der RTL-Sendung nach Köln reisen. Und es wäre alles andere als eine Sensation, wenn sie als Siegerin in der Frauenwertung ins Bottwartal zurückkehren würde.

 

Bei Wettkampfserie kann ihr keiner das Wasser reichen

Denn Nicola Wulf ist zwar nach wie vor ein Teenager, gehört aber doch zur Elite in diesem Sport, bei dem man Hindernisse unterschiedlichster Natur überwinden muss und bei dem man Kraft, Beweglichkeit und eine gehörige Portion Mut braucht. Letzteres deshalb, weil ein Teil der Parcours-Elemente mit einigen Metern Abstand zum Boden montiert ist. Zudem sind die Distanzen zwischen den Griffen manchmal enorm. Das Loslassen kostet speziell für Ungeübte Überwindung. Bei Nicola Wulf sind die Bewegungen längst in Fleisch und Blut übergegangen. Bei einer Wettkampfserie im deutschsprachigen Raum konnte 2023 keine Frau der Gymnasiastin das Wasser reichen. Seitdem ist sie quasi Deutsche Meisterin. Mit Kampfansagen im Hinblick auf die Show hält sie sich dennoch zurück. „Ich glaube aber schon, dass ich gewinnen kann“, sagt sie.

Natürlich hat sie sich auch sehr gefreut, als die Bestätigung kam, dass sie bei der TV-Show an den Start gehen kann. Sie bekommt sogar einen eigenen Einspieler, was bei reinen Ninja-Athleten eher selten der Fall und oft Quereinsteigern vorbehalten ist. Das Kamerateam wird sie demnächst in Steinheim besuchen. Doch das allerwichtigste Ziel sei das Mitwirken an dem Event mittlerweile nicht mehr, erklärt sie. Für Nicola steht der sportliche Aspekt im Mittelpunkt, das Messen mit der Crème de la Crème der Szene. Und die tummelt sich vornehmlich in den USA.

Auf Rundreise zu den Ninja-Hotspots

Genau dorthin wird Nicola Wulf im Sommer reisen. Sie hat sich vor zwei Wochen in Italien zusammen mit den Ninja-Größen Viktoria Krämer und Lukas Kilian für einen Wettkampf der höchsten Leistungskategorie in Los Angeles qualifiziert. „Im Anschluss machen die drei noch eine Rundreise zu den Top-Ninja-Hallen in den USA“, sagt Mama Anita Wulf. Um sich diesen Traum zu finanzieren, verkauft Nicola ein Auto, das sie 2023 bei der Aygo-X-Tour als Prämie gewonnen hatte. Hinters Steuer hätte sie sich mit 16 Jahren ohnehin nicht klemmen dürfen.

Als Trainerin unterrichtet sie Kinder

Deshalb pendelt sie auch mit dem Zug zweimal die Woche nach Senden bei Ulm, wo sie im Stuntwerk trainiert. Die übrigen Tage hält sie sich zuhause fit. In ihrem Jugendzimmer und im Garten des Hauses ist ein Sammelsurium an Ninja-Geräten aufgebaut. Ihr Können gibt sie, wenn es der Terminkalender zulässt, als Trainerin an Kinder weiter. Unlängst war sie zudem im „Tigerentenclub“ im Fernsehen zu Gast, um Kids das Einmaleins dieses Sports zu vermitteln. Und die Ziele für die Zukunft? „Vor allem der Führerschein, dann kann sie mit dem Auto nach Senden zum Training fahren“, sagt ihre Mama lachend. Einen fahrbaren Untersatz kann sie sich dann in gewohnter Manier bei der nächsten Aygo-X-Tour sichern.