Lust auf Politik: Anna-Sophia Gronbach (l.), Claire Meyer und andere Foto: Holowiecki

Nach einer Durchhängersaison haben sich in Stuttgart-Sillenbuch wieder genügend 14- bis 18-Jährige gefunden, die sich im Jugendrat politisch engagieren möchten. Am Montag war ein erstes Kennenlernen der Bewerber.

Sillenbuch - Alle zwei Jahre werden in den Stuttgarter Bezirken Jugendräte gewählt, die sich dann für die Belange von Gleichaltrigen in der Nachbarschaft einsetzen. Die Bezirksgremien entsenden außerdem Delegierte in den Jugendrat der Gesamtstadt. Vom 15. Januar bis 2. Februar dürfen Teenager per Briefwahl, in Schul-Wahllokalen oder im Bezirksamt erneut entscheiden, wer sie vertreten soll.

Es findet wieder eine richtige Wahl statt

Auch in Sillenbuch findet diesmal wieder eine richtige Wahl statt. Im Jahr 2016 hatten im Vorfeld zu wenige Bewerber Interesse bekundet, daher konnte lediglich eine Projektgruppe gebildet werden. Ein Schicksal, das diesmal Plieningen und Birkach, Münster, Stammheim sowie Vaihingen getroffen hat.

Sillenbuch hingegen ist „sehr gut aufgestellt“, lobt Hans Peter Klein, der stellvertretende Bezirksvorsteher. 21 Bewerber stehen auf seiner Liste, mindestens 13 Kandidaten hat es für die elf Ratsplätze gebraucht. Am Montag war im Jugendhaus ein erstes Kennenlernen bei Pizza, Billard und Playstation. Erfahrungen bringen vor allem sie mit: Claire Meyer (16) und Anna-Sophia Gronbach (18). Sie vertreten den Gesamt-Jugendrat bereits jetzt in Sitzungen des Gemeinderats, inklusive Antragsrecht, und sind die Sprecherinnen der aktuellen Sillenbucher Projektgruppe, die unter ihrer Leitung binnen zwei Jahren auf die stolze Mitgliederzahl von 16 gewachsen ist und viel umgesetzt hat. Unter anderem haben die Jugendlichen Obdachlose mit Essen und Socken versorgt, mit Flüchtlingen gearbeitet und die Fairtrade-Gruppe unterstützt. „Wir haben für so was ein Budget, und es war völlig ausreichend“, sagt Anna-Sophia Gronbach.

Ideen hat sie noch viele

„Man kann hier tatsächlich etwas umsetzen. Man hat Erfolgserlebnisse, das war mir wichtig“, betont Claire Meyer. Sie spricht von „der besten Entscheidung meines Lebens“ und wünscht sich unbedingt, in eine zweite Amtszeit gewählt zu werden, denn Ideen hat sie noch viele.

Auch Anna-Sophia Gronbach, die aktuell ein Freiwilliges Soziales Jahr macht, stellt sich noch einmal zur Wahl und hat etliche Freunde als weitere Bewerber gewonnen. Einer von ihnen ist Ferdinand Rebhorn (18). Er interessiert sich vor allem für soziale Projekte, „ich möchte das vertiefen, solange ich noch in der Schule bin und Zeit habe“. Der gleichaltrige Marco Kärcher hat schon politische Erfahrung bei der Grünen Jugend gesammelt. Er wohnt erst seit vier Monaten in Sillenbuch und freut sich drauf, neue Leute kennenzulernen.

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