Teil des neuen Jugendplatzes sind eine Grillstelle und überdachte Sitzmöglichkeiten. Foto: Jürgen Bach

Es hat eine Weile gedauert, doch jetzt ist der Jugendplatz im Leonberger Stadtpark fertig. Das Areal soll ein Ort sein, um sich mit Freunden zu treffen. Ganz zufrieden sind die Jugendlichen aber nicht.

Darüber, dass es eine Weile gedauert hat, den Jugendplatz zu errichten, sind sich Leonbergs Baubürgermeister Klaus Brenner und die Sprecher des Jugendausschusses einig. Umso größer die Freude, dass es geschafft ist: Am Montag wurde das Gebiet im Leonberger Stadtpark eingeweiht.

 

Auf dem Gelände zwischen dem Friedensmahnmal, der Ostertag-Realschule und dem Skatepark stehen nun zwei Sitzmöglichkeiten, eine mit Überdachung und Grillstelle, eine Calisthenics-Anlage, und eine Himmelsschaukel für Jugendliche bereit.

Ein Ort, um Freunde zu treffen

„Wir hoffen, dass hier Leben erweckt wird“, sagte Berenike Keller, Sprecherin des Jugendausschusses. Der Jugendplatz solle ein Ort sein, um Freunde zu treffen. „Im Stadtpark gibt es abgesehen von Parkbänken nicht viele Möglichkeiten dazu.“

Die Idee eines solchen Platzes kam erstmals 2016 im ersten Leonberger Jugendforum zur Sprache. Aber nicht nur die Idee, auch die Impulse zur Gestaltung für das Areal stammten von den jungen Leonbergern selbst. Gemeinsam mit einem Architekten entwarf der Jugendausschuss das Konzept für den Jugendplatz.

Langer Weg bis zum Jugendplatz

Der Weg bis zur fertigen Anlage war allerdings nicht einfach. Luzian Häbe, ebenfalls Sprecher des Jugendausschusses, sprach von fünf Jahren Umsetzungsdauer:„Das war ziemlich langwierig und frustrierend.“

Klaus Brenner zeigte Verständnis für den Frust. Eine große Hürde sei der Denkmalschutz gewesen, unter den der Stadtpark 2018 als Kulturdenkmal gestellt wurde. Damit seien zahlreiche Vorschriften dazugekommen, so Brenner. Auch spezielle Genehmigungen waren nötig. „Der Denkmalschutz war ein riesiges Problem und es ging oft hin und her, ob wir überhaupt bauen dürfen“, schilderte auch Luzian Häbe.

Gebaut wurde seit April

Gebaut wurde dann aber doch: Im Dezember 2020 wurde mit den Himmelsschaukeln begonnen. Sie waren vor den anderen Bereichen des Platzes fertiggestellt. Die Calisthenics-Anlage sollte 2021 folgen, später dann die Sitzgelegenheiten und die Grillstelle. Doch Corona warf das Projekt zurück. Die Bauarbeiten begannen erst im April 2023.

Der Jugendausschuss ist froh, dass das Projekt nun umgesetzt wurde. „Wir freuen uns unheimlich darüber, was wir hier geschaffen haben“, sagte Luzian Häbe über die fertige Anlage. „Der Jugendplatz verkörpert das Potenzial, das es gibt, wenn Jugendliche mit der Stadtverwaltung zusammenarbeiten und ist ein gutes Beispiel dafür, wie Jugendbeteiligung aussehen kann.“

Jugendliche fühlten sich nicht immer ernstgenommen

Ganz zufrieden sind die Jugendlichen mit der Zusammenarbeit allerdings nicht. Sie hätten sich nicht immer ernst genommen gefühlt, erklärte Häbe und monierte: „Die Stadtverwaltung hat uns Richtung Ende bei der Detailplanung nicht mehr beteiligt.“

So kann auch das finale Ergebnis den Jugendausschuss nicht komplett überzeugen. Die Sprecher bemängelten den Untergrund der Grillstelle, der ihrer Meinung nach nicht gut aussieht. Auch die Sitzbänke dort seien nicht wirklich bequem. „Das wurde einfach so beschlossen“, sagte Luzian Häbe.

Container für mobile Jugendarbeit geplant

Baubürgermeister Klaus Brenner erklärte, man habe die Jugendlichen mit einbezogen, bis die Pläne standen. „Dann ging es eben an die Ausschreibungen für die Arbeiten.“ Auch in Bezug auf den Denkmalschutz habe es Vorgaben gegeben.

Ein Bestandteil des Jugendplatzes fehlt derzeit noch: In der Nachbarschaft der Ostertag-Realschule soll in Zukunft ein Container für die mobile Jugendarbeit stehen. Klaus Brenner betonte: „Das wird das nächste Projekt in diesem Bereich sein.“ Wann der Container fertig sein wird, ist laut Luzian Häbe aber noch nicht abzusehen.