Vom 18. bis 20. September sollte das 900-Jahr-Jubiläum Heumadens im alten Ortskern gefeiert werden. Foto: Caroline Holowiecki

Jetzt ist es offiziell: Das große Heumadener Ortsjubiläum im Herbst ist wegen Corona abgesagt. Keiner könnte sich vorstellen, wie diese Sause unter Auflagen funktionieren soll. Umsonst sollen die Planungen aber nicht gewesen sein.

Heumaden - Außer Spesen kaum was gewesen: Nun ist auch das große Heumadener Ortsjubiläum dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Das Organisationsteam hat bekannt gegeben, dass das zen­trale 900-Jahr-Fest, das für den 18. bis 20. September im alten Ortskern geplant gewesen war, in diesem Jahr nicht stattfinden wird. „Die Idee, die über viele Jahre gereift ist und zu einem tollen Konzept gewachsen ist, lässt sich unter den momentanen Bedingungen mit der Covid-19-Pandemie leider nicht umsetzen“, heißt es in einer Mitteilung, die am Montagabend verschickt wurde.

15 Veranstaltungen hatten Vereine, Organisationen und Kirchengemeinden auf die Beine gestellt – gerade einmal zwei davon, darunter der Festakt im Januar, fanden letztlich statt. Der Rest ist bis Jahresende abgesagt. Das gedruckte Werbematerial ist somit für die Tonne. Wichtige Einnahmen für die Vereine entfallen. Margot Roubicek, die Liederkranz-Vorsitzende, hatte im April gegenüber unserer Zeitung von Einbußen im vierstelligen Bereich gesprochen, sollte das Jahreskonzert der Sänger komplett ausfallen. „Das ist eine Größenordnung, die ist für einen Verein nicht ohne.“

Hocketse mit Mundschutz und Abstand?

Nun ist also eingetreten, woran noch im April keiner glauben wollte. Matthias Schneider, der Vorsitzende des örtlichen TSV und Sprecher der Organisationsgruppe, ist ernüchtert. „Man muss sich den Tatsachen stellen. Wenn es nicht geht, geht es nicht“, sagt er. Unter den gegebenen Voraussetzungen habe sich keiner das Jubiläumsfest vorstellen können, „eine Hocketse mit Abstand und Mundschutz ist kein Spaß“, zumal viele Ehrenamtliche im Seniorenalter und damit in der Risikogruppe seien. Traurig sei die Absage dennoch.

Eckhard Philipsen von der Lokalen Agenda bestätigt, dass alle Beteiligten den Schritt bedauern. „Die Enttäuschung ist natürlich schon zum Ausdruck gekommen“, sagt er. Und auch der Sillenbucher Bezirksvorsteher Peter-Alexander Schreck findet das Ganze „höchst bedauerlich, wenn man bedenkt wie viel Engagement da drinsteckt“.

Nächstes Jahr mit Elan weitermachen

Umsonst soll die jahrelange Planung aber nicht gewesen sein. 2021 sollen unter dem Motto „900 Jahre + 1“ alle ausgefallenen Veranstaltungen nachgeholt werden. Das Jubiläumsfest soll vom 24. bis zum 26. September 2021 steigen. Einiges muss nun allerdings überarbeitet werden, etwa der Terminkalender. „Wir machen aber kein anderes oder neues Fest draus“, sagt Matthias Schneider. Der TSV-Vorsitzende verspricht: „Wir machen uns nächstes Jahr mit Elan dran.“ Peter-Alexander Schreck sieht die Verschiebung ebenfalls nicht so eng, „ein Jahr hin oder her fällt bei 900 Jahren nicht ins Gewicht“.

Immerhin den historischen Rundgang gibt es. Noch kurz vor dem Ausbruch der Pandemie sind in Heumaden Tafeln an 22 prägnanten Gebäuden und Plätzen angebracht worden. Im September könnte der erste geführte Spaziergang stattfinden. Bis dahin können Geschichtsfreunde den Ort selbst erkunden, dafür werden Flyer in den örtlichen Geschäften ausgelegt. Der Startpunkt der 45-minütigen Rundtour ist am Heumadener Backhäusle mit einer Übersichtstafel. Und auch das Heimatbuch ist fertig und wird bereits in zweiter Auflage verkauft. „Das läuft hervorragend“, sagt Eckhard Philipsen.

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