Ein Mitarbeiter trägt ein T-Shirt mit dem HP-Logo am Standort in Bad Homburg (Archivbild). Deutschlandweit will der Technologiekonzern bis zu 1500 Stellen auslagern Foto: dpa

Hewlett-Packard will seine neuerlichen Sparpläne in Deutschland bis Sommer 2016 umsetzen. Mitarbeiter sollen in andere Firmen ausgelagert werden. Die IG Metall kritisiert das Vorhaben. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

- Was ist geplant?
Hewlett-Packard will in Deutschland 1000 bis 1500 Stellen auslagern. Betroffen sind vor allem Mitarbeiter im Bereich Enterprise Services, wie unsere Zeitung aus verschiedenen Quellen erfuhr. Der Bereich konzentriert sich auf größere Unternehmen, die international oder global tätig sind, und bietet ihnen IT-Dienstleistungen an.
Wie weit sind die Pläne fortgeschritten?
Die Umsetzung steht erst ganz am Anfang. Die Mitarbeiter wurden am Mittwochmorgen von den Plänen informiert. Wie viele Mitarbeiter an welchen Standorten genau betroffen sind, steht noch nicht fest. Bis 1. Juli 2016 sollen die Maßnahmen umgesetzt sein. Die Pläne stehen in Zusammenhang mit den Sparmaßnahmen und dem Umbau, den Konzernchefin Meg Whitman seit 2011 vorantreibt. Weltweit schrumpfte HP seitdem von gut 350 000 auf zuletzt rund 300 000 Mitarbeiter. Zum 1. November spaltet sich HP auf und trennt das Geschäft mit PCs und Druckern von den Dienstleistungen für Unternehmen.
Wie stark könnte die Deutschland-Zentrale in Böblingen betroffen sein?
Deutschlandweit beschäftigt HP derzeit gut 9000 Mitarbeiter, davon arbeiten etwa 3500 in Böblingen. Der Bereich Enterprise Services ist ungefähr gleich über die verschiedenen Standorte in Deutschland verteilt, heißt es bei HP. Demnach wären Hunderte Mitarbeiter der Deutschlandzentrale von der Auslagerung betroffen.
Was ist bei der Auslagerung geplant?
HP will mit anderen Firmen einen Lieferbund für Outsourcing gründen, sagte ein Sprecher unserer Zeitung. Auf diese Art könne der Konzern Kosten einsparen und flexibler auf Aufträge reagieren. Mit welchen Firmen HP kooperiert, sei noch nicht entschieden. Unklar ist auch noch, zu welchen Konditionen betroffene Mitarbeiter ausgelagert werden.
Was steckt hinter der Auslagerung?
IT-Servicedienstleister wie HP, IBM oder SAP helfen derzeit vor allem Großfirmen und Mittelständlern, sich auf das Internetzeitalter umzustellen. Sie bieten zum Beispiel die Möglichkeit, in großem Stil Daten zu bearbeiten, Informationen in der Internet-Cloud zu verarbeiten oder zu speichern und neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln. Diese Dienstleistungen werden aber viel flexibler, kurzfristiger und internationaler gebucht als bisher. Darauf soll sich der Lieferbund konzentrieren.
Was sagen Kritiker?
Für die IG Metall ist die Maßnahme ein falsches Signal in den Markt und für die Beschäftigten. „Das Management suggeriert, dass es für die Beschäftigten keine Verschlechterung sei und die Kunden Leistungen aus einer Hand erhalten – was schwer zu machen ist, wenn die Kollegen nicht mehr bei HP arbeiten“, sagt Johannes Katzan, der IG-Metall-Beauftragte für HP. Er lehne die Veränderung nicht ab – vermisse aber eine klare Strategie. „HP muss erst unter Beweis stellen, dass mit diesem Modell die Beschäftigen langfristig gehalten werden können.“
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