Jana Scheib wirft die Handballerinnen der TuS Metzingen zum DHB-Pokal-Sieg und bringt damit der SG BBM Bietigheim die erste Niederlage auf nationaler Ebene nach über drei Jahren bei. Wie schätzt die 23-Jährige diesen Triumph ein.
Die Linkshänderin Jana Scheib war beim überraschenden DHB-Pokal-Triumph im Finale gegen die SG BBM Bietigheim (30:28) am Sonntag die überragende Spielerin der TuS Metzingen. Wie erklärt sich die 23-jährige Handballerin die Leistungsexplosion? Wie sieht sie ihre Chancen auf die Nationalmannschaft?
Frau Scheib, haben Sie die Feierlichkeiten gut überstanden?
Ja, wir sind auch weiterhin zu allem bereit. Nachdem wir schon in der Porsche-Arena kräftig gefeiert haben, ging die Party danach in unserer Halle in Metzingen mit Freunden, Familie, Fans, Management, Oberbürgermeister für manche noch bis in die frühen Morgenstunden weiter. Schließlich haben wir gleich in doppelter Hinsicht Geschichte geschrieben.
Es war der erste Titel des Vereins überhaupt.
Zudem haben wir nach über drei Jahren dieser Bietigheimer Ausnahmemannschaft auf nationaler Ebene wieder eine Niederlage beigebracht.
Sie waren mit neun Toren im Finale die überragende Spielerin. Wie war diese Leistungsexplosion bei Ihnen und dem Team möglich?
Bietigheim ist eigentlich auf jeder Position besser besetzt. Wir haben aber nicht viel nachgedacht, nach dem glücklich gewonnenen Halbfinale gegen Oldenburg einfach auf uns geschaut – und unser Trainer Werner Bösch hatte uns sehr gut eingestellt. Heraus kam das perfekte Spiel.
Sie selbst waren früher für Bietigheim am Ball, war es deshalb ein ganz besonderer Erfolg für Sie?
Ich bin nach meiner frühen Jugendzeit beim TV Oppenweiler bei der SG BBM groß geworden, habe dort acht Jahre gespielt, bevor ich bei den Bad Wildungen Vipers zur Bundesligaspielern gereift bin. Klar ist für mich als Kind der Region so ein Auftritt in Stuttgart etwas ganz Besonderes gewesen. Als kleines Kind war ich mit meinem Opa hier in der Porsche-Arena und habe zu ihm gesagt: Hier will ich auch mal spielen. Dass es jetzt sogar zu einem Titel gereicht, ist Wahnsinn. Das ist mein größter Erfolg, zusammen mit der Goldmedaille bei der U-17-EM 2017 in der Slowakei.
Wann sehen wir Sie in der A-Nationalmannschaft?
Das muss natürlich der Bundestrainer entscheiden (lacht). Aber ich würde mich natürlich freuen, wenn ich die Nationalhymne nicht nur beim Final Four um den DHB-Pokal singen dürfte.