Gefährliche Partydroge: Ecstasy Foto: dpa

Ein paar Stunden lang konnte man in Irland legal Ecstasy, Ketamin, "Zauberpilze" und andere Drogen konsumieren. Dann schloss der Gesetzgeber die Lücke rasch wieder.

Dublin - Die Gesetzeslücke ist gestopft: Ecstasy, Ketamin, „Zauberpilze“ und andere Drogen sind in Irland von Donnerstag an wieder verboten. Präsident Michael Higgins unterschrieb am Mittwochabend in Dublin ein entsprechendes Gesetz, das die zwei Kammern des Parlaments zuvor im Eilverfahren verabschiedet hatten. Ein Gericht hatte am Vortag eine Verordnung kassiert, die den Besitz von zahlreichen Substanzen unter Strafe gestellt hatten. Zwar waren Verkauf und Weitergabe weiterhin verboten, der Konsum von gut 100 zuvor illegalen Stoffen war jedoch vorübergehend erlaubt.

Das Urteil kam für die irische Regierung nicht völlig überraschend: Das Gesundheitsministerium hatte einen neuen Gesetzentwurf bereits in der Schublade, so dass die Abgeordneten noch am Dienstagabend abstimmen konnten. Am Mittwoch hatte dann das Oberhaus zugestimmt.

Das Berufungsgericht in Dublin hatte den Fall eines Mannes behandelt, der 2012 wegen Besitzes von 4-Methylethcathinon (4-MEC) verurteilt worden war. Die psychoaktive Substanz hatte die Regierung im Jahr 2010 gemeinsam mit etwa 100 anderen verboten. Dieses Verbot erklärten drei Richter nun einstimmig für verfassungswidrig, da die Regierung damit Gesetzgebungskompetenzen ausgeübt habe, die nur dem Parlament zustünden. Damit war auch das Verbot der anderen Drogen der selben Kategorie ebenfalls hinfällig.

Kritik von der Opposition

Heroin, Kokain oder Cannabis waren von der entstandenen Gesetzeslücke nicht betroffen. Gesundheitsminister Leo Varadkar hatte an alle appelliert, die die kurzzeitige Entkriminalisierung ausnutzen wollten, an ihre Gesundheit zu denken. Mitglieder der Opposition forderten die Regierung auf, ihre Drogenpolitik zu überdenken.

Rechtsexperten in Irland glauben, dass laufende Verfahren wegen Besitzes oder Verkaufs der betroffenen Drogen nun zum Scheitern verurteilt sind, falls die Angeklagten sich noch nicht für schuldig erklärt haben.

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