Markus Lutz (links) und Andre Schwarz reisen viel. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth, privat

Markus Lutz und Andre Schwarz teilen eine Leidenschaft: sie reisen gerne und viel. Im Interview sprechen sie über ihre Erlebnisse auf ihrer jüngsten Reise in den Libanon – und warum sie nicht nur zu den schönen Orten in fernen Ländern fahren.

Stuttgart - Der 24 Jahre alte Andre Schwarz und der zwei Jahre jüngere Markus Lutz haben sich beim Studium der Internationalen Wirtschaftswissenschaften an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg kennen gelernt. Die Freunde pflegen ein gemeinsames Hobby: Reisen. Mittlerweile war Lutz in 47 Ländern, Schwarz in 60. Ihre letzte gemeinsame Reise ging Mitte März in den Libanon.

Herr Schwarz, Herr Lutz, was treibt Sie an?
Schwarz Wir wollen etwas neues entdecken. Uns interessiert, was passiert in dem Land, wie funktioniert dort das Leben. Aber natürlich spielt auch Abenteuerlust eine Rolle.
Lutz Wir gehen bewusst in Länder, in denen es keine Touristen gibt. Unser Ziel ist es, Einheimische kennen zu lernen und nachzuvollziehen, wie es sich in dem Land lebt – so weit das eben für Außenstehende möglich ist.
Zuletzt waren Sie im Libanon und besuchten die Hauptstadt Beirut. Wie planen Sie die Reise in ein Land, das im Krisenherd Nahen Osten liegt und als unsicher gilt?
Schwarz Wir schauen nach einem billigen Flug. Da gibt es immer kostengünstige Angebote. Dann klären wir die Übernachtungsmöglichkeit. In Beirut waren wir in einem Hotel, meistens sind wir in Hostels. Und dann suchen wir uns über das Portal Couchsurfing Einheimische, die uns ihre Stadt und ihr Land zeigen.
Lutz Damit haben wird auch in Beirut positive Erfahrungen gemacht. Leute, die in der Stadt wohnen, zeigen einem nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch ihre Lieblingsorte und sie erzählen einem viel über das Leben. Das ist eine multireligiöse Gesellschaft – das wird einem klar, wenn man auf einer Dachterrasse sitzt und gleichzeitig den Muezzin rufen und die Kirchenglocken schlagen hört. Und wir waren in Clubs, in denen Menschen unterschiedlicher Religionen zusammen feierten. Das ist spannend und aufregend.
Welche Erfahrungen haben Sie während Ihres Aufenthalts in der Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt Beirut gemacht?
Lutz Natürlich hat die Stadt eine blutige Vergangenheit, aber wir waren von der Offenheit und der Gastfreundschaft überwältigt. Es gibt eine wahnsinnig gute Küche. Allerdings ist der Libanon kein günstiges Reiseland. Man muss mit Stuttgarter Preisen rechnen. Aber Sie finden dort verfallene Häuser und daneben ein total schickes Gebäude, vor dem ein 911er parkt.
Schwarz Wir haben auch immer wieder über Politik geredet. Und Sie lernen da andere Perspektiven kennen.
Wie meinen Sie das?
Schwarz Ein Taxifahrer hat uns gesagt, dass er zwar nicht der Ideologie der Hisbollah zustimmt, aber ihr trotzdem dankbar ist, weil die dafür gesorgt habe, dass der ISnicht in den Libanon kam. Wir wissen nicht, ob das stimmt. Aber wenn man so etwas hört, lässt sich manches leichter verstehen.
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