Vor dem Start in die Fußball-Bundesliga blickt Armin Veh in die Zukunft. Foto: Getty

Vor dem Auftakt der Fußball-Bundesliga wagt Armin Veh eine Prognose. Der frühere Meistertrainer des VfB setzt auf Borussia Dortmund, erklärt, warum es nicht gut wäre, wenn jedes Mal die Bayern den Titel gewinnen – und ergreift Partei für RB Leipzig.

Stuttgart - Mit dem Spiel des FC Bayern gegen Werder Bremen startet am Freitag (20.30 Uhr/ ARD) die neue Bundesligasaison. „Es wäre nicht schön, wenn die Münchner auch in den nächsten zehn Jahren den Titel gewinnen“, sagt der Fußballtrainer Armin Veh.

Herr Veh, fällt Ihnen ein Grund ein, warum die Bayern dieses Jahr nicht Deutscher Meister werden sollten?
Weil sie mit Borussia Dortmund einen sehr starken Konkurrenten haben.
Aber der BVB lag in der vergangenen Saison zehn Punkte hinter den Bayern und hat wichtige Spieler verloren.
Mag sein, dass Mats Hummels in der Abwehr schwer zu ersetzen ist. Ansonsten aber haben sich die Dortmunder personell sehr, sehr gut für die Zukunft aufgestellt, haben einen guten Altersschnitt und sind mit Neuzugängen wie Schürrle, Götze oder Dembélé sicher nicht schlechter als in der Vorsaison. Ich traue ihnen auf jeden Fall zu, dass sie den Rückstand auf die Münchner verringern können.
Der Titel geht am Ende aber doch wieder einmal an die Bayern.
Das habe ich nicht gesagt. Dortmund kann es dieses Jahr schaffen. Ich glaube zwar, dass Carlo Ancelotti mit seiner Art der Menschenführung genau zum richtigen Zeitpunkt nach München gekommen ist. Es könnte nach vier Meisterschaften hintereinander aber trotzdem sein, dass die Spieler mal ein paar Prozent nachlassen und ein anderer Club davon profitieren kann. Es wäre nicht schön für die Bundesliga , wenn die Münchner auch in den nächsten zehn Jahren den Titel gewinnen. Das will das keiner – außer den Bayern-Fans.
Die DFL vermeldet jedes Jahr neue Rekordzahlen. Wie gefällt Ihnen als Fußball-Romantiker eigentlich die Entwicklung der Bundesliga, in der es immer mehr Kommerz und immer weniger Spannung gibt, zumindest an der Spitze?
Schauen Sie: als ich ein kleiner Junge war, bin ich immer mit der Straßenbahn ins Training gefahren und abends um neun nach Hause gekommen. Das macht heute keiner mehr. Was ich sagen will: die ganze Gesellschaft hat sich verändert – und mit ihr auch die Bundesliga.
In die richtige Richtung?
Mir ist das insgesamt auch alles zu viel. Ich wäre sehr dafür, ein paar alte Werte aufrecht zu erhalten. Ich würde mir zum Beispiel wünschen, dass das Spiel wieder mehr im Vordergrund steht, dass die Spieler nicht dauernd den Verein wechseln und dass es in den Clubs mehr Kontinuität gibt.
Aber?
Wie sollte man diese Entwicklung aufhalten, wenn heutzutage schon C-Jugendspieler von großen internationalen Vereinen abgeworben werden? Ich sehe da kein Entrinnen, weil man ja auch immer mit dem Ausland mithalten muss, wo es teilweise noch viel mehr Geld gibt. Man kann sich dem ja nicht verschließen und sagen: wir spielen jetzt nur noch mit eigenen Talenten und lassen die Stars in andere Ligen gehen. Das würde kaum einer sehen wollen.

VfB Stuttgart - 2. Bundesliga

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