Wie schnell das Internet in Kaltental ist, darüber sind sich die Anbieter Vodafone und Telekom uneinig. Foto: Archiv

Schnelles Internet im Stadtbezirk ist Zukunftsmusik. Die Ansichten dazu sind durchaus unterschiedlich. Vodafone verweist darauf, dass in Kaltental ein schnellere Verbindung noch nicht möglich sei, und gibt der Telekom die Schuld daran.

Kaltental - Kaltental ist rückständig – zumindest in Sachen schnellem Internet. Dieser Ansicht ist Friedrich Oehring. „Auf beiden Kaltentaler Bergen gibt es nur DSL 100“, sagt er. Das entspricht einer Leistung von einem Megabit in der Sekunde. Das grenzt laut einer neuen EU-Verordnung an Unterversorgung.

„Ich habe schon oft versucht, schnelleres Internet zu bekommen“, sagt Oehring. Sein Anbieter Vodafone verweist jedoch darauf, dass in Kaltental eine schnellere Verbindung noch nicht möglich sei. Schuld daran sei die deutsche Telekom. Denn diese sei für den Netzausbau verantwortlich und vermietet seine Leitungen an Vodafone.

Keine Übersicht über die Netze

Während der Raum Stuttgart keine großen Probleme mit dem schnellen Internet hat, scheint es genau daran in Kaltental zu hapern. „Es gibt keine Übersicht, welche Netze in den Stadtbezirken vorhanden sind“, sagt Sven Matis von der Abteilung für Kommunikation der Stadt. Aus diesem Grund sei auch nicht bekannt, warum die Leitung in Kaltental so schwach ist.

Die Aufgabe der Stadt ist es nach den Worten von Matis lediglich, der Telekom den Straßenraum zur Verfügung zu stellen, um die Kabel zu verlegen. Und genau das sei problematisch. Es fließe zwar reichlich öffentliches Geld in den Ausbau der Leitungen auf dem Land. Stuttgart müsse den Ausbau in ihren Bezirken aber weitgehend selbst bezahlen.

40 000 Euro Investitionszuschuss an Kabel BW

Es habe durchaus Versuche gegeben, die Leitungen in den Stadtteilen zu verbessern, sagt Matis. Für den Ausbau auf dem Fasanenhof habe die Stadt zum Beispiel einen Investitionszuschuss von 40 000 Euro an Kabel BW zahlen müssen. Darüber hinaus müsse die Stadt Neukunden garantieren und eine Ausschreibung für die Netzbetreiber ansetzen. Das sei nach den Worten von Matis teuer und aufwendig. Deshalb mussten die Ausbauprojekte meist begraben werden – auch die auf dem Fasanenhof und in Kaltental.

Die Telekom sieht die Sache anders. Deren Sprecher Andre Hofmann ist sich sicher, „dass durch die vielen Knotenpunkte und die schnellen Glasfaserleitungen Stuttgart gut versorgt ist“. Nach seinen Worten gibt es für alle Bezirke in Stuttgart eine deutlich bessere DSL-Verbindung als ein Megabit pro Sekunde. „In Kaltental ist sogar eine VDSL-Verbindung von bis zu 50 Megabit möglich.“ Friedrich Oehrings DSL-Leitung könnte also theoretisch 50-mal schneller sein.

Nur langsame Kupferleitungen stehen zur Verfügung

Der Vodafone-Sprecher Volker Petendorf verweist dagegen darauf, dass die Telekom derzeit gerade eine VDSL-Leitung baut. Nach seinen Worten stellt das Unternehmen in Kaltental derzeit nur langsame Kupferleitungen zur Verfügung.

Für Friedrich Oehring ist die Situation nach wie vor unbefriedigend. Er hat drei Möglichkeiten: erstens ein Wechsel innerhalb von Vodafone zu einer so genannten LTE-Leitung, für die kein Kabel notwendig ist. Zweitens abwarten, bis die schnellere Leitung von Vodafone zur Verfügung gestellt wird. Oder drittens zur Telekom wechseln.

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