Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern läuft die Verbreitung von intelligenten Stromzählern hierzulande schleppend. Verbraucherminister Hauk will nun etwas dagegen tun.
Stuttgart - Landesverbraucherminister Peter Hauk (CDU) will den Einbau von intelligenten Stromzählern auch bei Privathaushalten vorantreiben. „Wir fordern dringend ein Smart-Meter-Gesetz“, sagte Hauk unserer Zeitung und kündigte an: „Wir werden im ersten Quartal eine entsprechende Bundesratsinitiative auf den Weg bringen.“
Zentraler Baustein der Energiewende
Smart Meter sind intelligente, vernetzte Stromzähler und gelten als zentraler Baustein der Energiewende. Mit ihrer Hilfe kann der aktuelle Stromverbrauch im Netz widergespiegelt werden. Durch Smart Meter können dynamische Stromtarife angeboten werden. Zudem können Stromverbrauch und -Erzeugung aufeinander abgestimmt werden. So können Lastspitzen vermieden werden. „Wir müssen im Zuge der Energiewende bestrebt sein, dass Strom dann konsumiert wird, wenn er entsteht“, sagte Hauk.
Während in anderen europäischen Ländern bereits der flächendeckende Einbau von Smart Metern vorangetrieben wird, läuft die Verbreitung in Deutschland schleppend. Eine Verpflichtung zum Einbau gibt es bislang nur für größere Stromverbraucher. Für Privathaushalte ist eine solche Pflicht bislang überhaupt nicht vorgesehen. Für sie sind bis 2032 lediglich digitale Stromzähler geplant. Diese können dann freiwillig auf Smart Meter umgerüstet werden – wenn der Netzbetreiber mitspielt.
Verbraucher sollen von dynamischen Strompreisen profitieren
„Die EU-Richtlinie ist in Kraft, und wir setzen sie nicht um“, kritisierte Hauk. Deutschland hänge zusammen mit Bulgarien, Ungarn und Kroatien hinterher. Seiner Meinung nach müssen die Netzbetreiber gezwungen werden, ihre Kunden auszustatten. Man habe sich auf einen CO2-Preis und eine Absenkung der EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms geeinigt. „Jetzt müssen Smart Meter eingesetzt werden, damit die Verbraucher von dynamischen Strompreisen profitieren.“