Nachdem die Schließung der Firma EPT, ehemals Kesseböhmer, in Weilheim im Raum stand, haben Mitarbeiter die Initiative ergriffen. Sie wollen erreichen, dass sich Betriebsrat und Geschäftsführung wieder an den Verhandlungstisch setzen.
Kann der Betrieb der Firma EPT in Weilheim doch fortgeführt werden? Darauf hofft die Belegschaft des Herstellers von Ergonomietechnik. Nachdem der Betriebsrat und die Geschäftsführung in den Verhandlungen um den Abbau von 40 Arbeitsplätzen zu keiner Einigung gekommen waren und stattdessen die Betriebsschließung im Raum stand, hat eine Gruppe Mitarbeiter eine eigene Initiative gestartet. Die Mitglieder hoffen, dass sie die beiden Parteien dazu motivieren können, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. In dieser Woche hat der Betriebsrat einen neuen Versuch unternommen, eine Einigung zu erzielen.
Sechs Mitarbeiter hatten eine Umfrage in der Belegschaft gestartet, unabhängig von Geschäftsführung und Betriebsrat, wie sie betonen. Die Kolleginnen und Kollegen sollten demnach antworten, ob sie für den Erhalt von 60 Arbeitsplätzen seien und die Möglichkeit für die anderen Mitarbeiter, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Oder ob sie akzeptieren wollten, dass alle arbeitslos würden. Nach Angaben der Initiative haben 78 von 103 Mitarbeitern teilgenommen und davon 79 Prozent für den Erhalt votiert. „Wir wollten einfach wieder die Verhandlungsbereitschaft aller Entscheidungsträger erreichen“, erklärt ein Mitglied der Initiative, das namentlich nicht genannt werden will. Die EPT Energietechnik Produktions GmbH und Co. KG ist eine Tochter der Kesseböhmer-Gruppe. Seit vergangenem Jahr ist sie in einem selbst verwalteten Insolvenzverfahren. Ziel war die Sanierung des Unternehmens, das einen massiven Nachfrage- und Umsatzrückgang zu verzeichnen hatte, und die Suche nach einem Investor. In diesem Zuge waren bereits etwa 90 Stellen abgebaut worden. Zuletzt bekundete der bisherige Gesellschafter Kesseböhmer Interesse, unter der Bedingung, von den derzeit etwa 100 Stellen weitere 40 abzubauen. Die Verhandlungen über den Sozialplan scheiterten nach übereinstimmenden Angaben von IG Metall und Geschäftsführung an der Auswahl der Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren und in eine Transfergesellschaft wechseln sollten.
40 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden
Konkret ging es nach Angaben der IG Metall darum, dass die Namensliste nicht den Kriterien der Sozialauswahl entsprach. Darauf seien beispielsweise auch schwerbehinderte Mitarbeiter und Betriebsräte gestanden. Alternativvorschläge des Betriebsrates seien vom Tisch gewischt worden. „Wir hatten den Eindruck, dass die Geschäftsleitung den Betrieb nicht weiterführen will und das Scheitern dem Betriebsrat in die Schuhe schieben will“, sagte Max Czipf, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Esslingen.
Betriebsrat startet neuen Versuch
Der Betriebsrat selbst teilt mit, er habe diese Woche einen weiteren Versuch unternommen, eine Einigung zu erreichen. „Das erklärte Ziel des Gremiums ist es, eine Lösung zu finden, mit der der Betrieb fortgeführt werden kann. Wir wollen den Erwerber überzeugen, dass es eine gute Entscheidung ist, an dem Standort festzuhalten.“ Ob es nun erneut in Verhandlungen um den Erhalt des Betriebes gehen kann, werde sich in den kommenden Wochen zeigen, sagte Sanierungsgeschäftsführerin Tamara Kaes.