Im Wesentlichen ähnelt das Leben einer Erdhummel, dem einer Honigbiene – es besteht aus viel Arbeit. Foto: Michael Eick Foto:  

Erdhummeln sind die dicke Verwandtschaft der Bienen. Sie leben in kleinen Staaten ähnlich wie die Honigbiene. Eigentlich dürften sie gar nicht fliegen. Sie machen es aber trotzdem.

Fellbach - Wenn man eine Hummel vorbei brummeln sieht, dann kann man sich schon wundern, wie sich so ein dicker Brummer überhaupt in die Luft erheben kann. Und es hat zu einer wissenschaftlichen Kontroverse geführt, ob Hummeln überhaupt fliegen können. Aber die Hummel kümmert sich nicht darum, was wir Menschen denken, sondern macht das, wofür ihr Hummel-Körper gebaut ist – sie fliegt.

Jede Bewegung, jeder Flügelschlag erzeugt ein Fließen der zähen Luft

Obwohl sie deutlich mehr als ein Gramm Masse auf die Waage bringt und die Tragkraft ihrer eigentlich zu kleinen Flügel zu gering für dieses Fluggewicht wäre, erhebt sie sich ganz mühelos. Das Geheimnis des Hummelfluges erklärt sich ganz einfach: Das Medium Luft ist im Vergleich zu ihrer Körpergröße wesentlich dichter. Man könnte es sich in etwa so vorstellen, wie wenn man sich in einem zähflüssigen Öl bewegen würde. Jedenfalls wirken die Auftriebskräfte in einer im verhältnismäßig dichteren Umgebung anders, als wenn das umhüllende Medium so dünn wäre wie die Luft auf dem Gipfel des Mount Everest. Jede Bewegung, jeder Flügelschlag erzeugt ein Fließen der zähen Luft, sie strömt wesentlich langsamer, ermöglicht einen viel besseren Auftrieb. Der Hummel kommt noch eine spezielle Eigenschaft der Flügel zugute. Diese sind nicht starr, sondern flexibel. Dadurch schwingen sie ganz anders und ermöglichen so das letzte Quäntchen Auftrieb für die pummeligen Hummeln.

So wächst das Volk nach und nach heran

Im Wesentlichen ähnelt das Leben einer Erdhummel dem einer Honigbiene. Es besteht aus viel Arbeit, also Nestbau, Futtersuche, Versorgen der Brut. Allerdings sind die Staaten der Hummel meist nicht viel mehr als 100 Individuen groß. Die Erdhummel hat mit bis zu 600 Tieren die größten Nester. Diese Art besiedelt bevorzugt alte Mäuselöcher im Erdboden.

Die gesamte Anfangsarbeit leistet die Hummelkönigin in Eigenregie. Wenn nach drei bis vier Wochen die ersten Hummeln schlüpfen, helfen diese als Arbeiterinnen beim Aufbau des kleinen Staates. Die Weibchen haben keine Eierstöcke und können keinen Nachwuchs haben. Fortan bleibt die Königin im Nest und widmet sich ausschließlich der Eiproduktion.

So wächst das Volk nach und nach heran, bis im Sommer vollentwickelte Weibchen sowie aus unbefruchteten Eiern dann Männchen schlüpfen. Nach dem Ausfliegen dieser Generation geht das Volk der alten Königin mit deren Tod im Herbst dann zugrunde. Die jungen Weibchen, die sich von einem Männchen begatten lassen, gründen dann im folgenden Jahr jeweils einen neuen Staat.

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