Bei dem Absturz einer Maschine kamen alle 189 Menschen an Bord ums Leben. Foto: Getty Images AsiaPac

Die Meeresströmungen verhindern, dass die Blackbox geborgen wird, wie der Chef der indonesischen Such- und Rettungsbehörde mitteilt. Das Flugzeugunglück zog personelle Konsequenzen bei der Fluggesellschaft Lion Air nach sich.

Jakarta - Bei der Suche nach dem Wrack der abgestürzten Lion-Air-Maschine sind Trümmerteile und Habseligkeiten von Flugzeugpassagieren auf dem Meeresboden ausfindig gemacht worden. Es gebe starke Strömungen, doch sei man weiter zuversichtlich, dass der Rumpf des indonesischen Flugzeugs gefunden werde, sagte der Chef der indonesischen Such- und Rettungsbehörde, Muhammad Syaugi am Mittwoch. Es sei ein Signal des Flugschreibers vernommen worden. Die Blackbox habe aber wegen der Strömungen nicht geborgen werden können.

Die erst zwei Monate alte Boeing 737 MAX 8 war am Montag in die Javasee gestürzt. Sie war 13 Minuten vorher in Jakarta gestartet. Alle 189 Menschen an Bord starben.

Technischer Direktor der Fluggesellschaft sei von seinen Aufgaben entbunden worde

Das Flugzeugunglück zog personelle Konsequenzen bei Lion Air nach sich. Der Technische Direktor der Fluggesellschaft sei von seinen Aufgaben entbunden worden, teilte Verkehrsminister Budi Karya Sumadi mit. Dies gehe auf sein Geheiß zurück. Zudem ordnete der Ressortchef die Entlassung des Personals an, das den verunglückten Flug gebilligt hatte. Lion Air werde sich zudem einer vom Ministerium vorgenommenen Inspektion unterziehen müssen. Sämtliche Betriebsabläufe von Billig-Airlines in Indonesien kämen zudem auf den Prüfstand.

Es war das schlimmste Flugzeugunglück in dem südostasiatischen Land, seit eine Maschine von AirAsia im Dezember 2014 auf dem Weg von Surabaya nach Singapur ins Meer gestürzt war. Damals kamen 162 Insassen um.

Der jüngste Flugzeugabsturz hat neue Bedenken über die Sicherheit in der rapide wachsenden Luftfahrtbranche Indonesiens ausgelöst. Erst im Juni hatte die EU ein Flugverbot für indonesische Airlines für Ziele in Europa nach Lockerungen für bestimmte Anbieter voll aufgehoben, die USA hatten Fluggesellschaften aus dem Land schon 2016 nach zehn Jahren von einer Schwarzen Liste gestrichen.

Lion Air kündigte interne Untersuchungen an

Fragen muss sich auch der US-Flugzeugbauer Boeing gefallen lassen, zumal die Unglücksmaschine so jung war. Boeing-Experten wurden noch am Mittwoch in Jakarta erwartet, um bei der Ursachenforschung zu helfen. Lion Air kündigte zudem interne Untersuchungen an. Zudem hat das Verkehrsministerium eine Inspektion aller Boeings vom Typ 737 Max 8 angeordnet, die von Lion Air und der nationalen Fluggesellschaft Garuda betrieben werden.

Daten von Webseiten zur Flugnachverfolgung legen nahe, dass es bei der verunglückten Maschine von Lion Air bei einem vorangegangenen Flug am Sonntag Unregelmäßigkeiten bei Flughöhe und Tempo gab.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: